Extra-Einsatz reicht nicht fürs Klimaziel

Um die Klimaziele für 2020 noch zu erreichen, werden die vor zwei Jahren mit dem "Aktionsprogramm Klimaschutz 2020" beschlossenen Maßnahmen kaum ausreichen. Das geht aus dem Projektionsbericht der Bundesregierung hervor, mit dem die Höhe künftiger Klimagas-Emissionen an die EU-Kommission übermittelt wird. Demnnach wäre bis 2020 eine Treibhausgasminderung von 37 bis gut 40 Prozent im Vergleich zu 1990 möglich – allerdings nur, wenn alle Maßnahmen vollständig realisiert werden.

BildEin bisschen Strampeln reicht nicht: Selbst wenn alle Maßnahmen wie der Bundeswettbewerb für den Radverkehr greifen, wird es eng für die Klimaziele 2020. (Foto: Carla Constanza)

Bislang gingen die Prognosen davon aus, dass Deutschland bis 2020 eine Reduktion um 34 Prozent erreichen wird. Die Klimaziele sehen allerdings vor, dass die Emissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990 sinken sollen. Um die Lücke von sechs Prozentpunkten doch noch zu schließen, hatte die Bundesregierung im Dezember 2014 das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 beschlossen. Die schwarz-rote Regierung will die Stromkonzerne dazu verpflichten, bis 2020 mindestens 22 Millionen Tonnen CO2 einzusparen. Weitere Einsparungen bei den Emissionen soll der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (Nape) bringen.

Ob die beschlossenen Maßnahmen tatsächlich die versprochenen Einsparungen bringen, stand allerdings schon damals in Zweifel. "Der Bericht macht deutlich, dass wir bei unseren Klimaschutzanstrengungen keinesfalls nachlassen dürfen", drängt nun Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Das gelte für alle Sektoren wie Verkehr, Landwirtschaft und Energie.

Doch bislang tragen die meisten Sektoren nicht genügend zum Klimaschutz bei. Nach wie vor liegen die Emissionen des Verkehrs auf dem Niveau von 1990. Auch die Verstromung von Kohle sinkt nicht so stark, wie es nötig wäre. "Für Deutschlands internationale Glaubwürdigkeit beim Klimaschutz ist das kurz vor der Übernahme der G20-Präsidentschaft eine schlechte Nachricht", sagte Christoph Bals, Politikchef der Umwelt- und Entwicklungorganisation Germanwatch. "Man kann doch nicht den Klimawandel mit gutem Grund zu einem der wichtigsten Probleme der Menschheit erklären und dann schulterzuckend die selbst gesteckten Ziele verfehlen."

klimaretter.info/kir

[Erklärung]  
Anzeige
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen