Trump nun offiziell Kandidat

Der Immobilienunternehmer Donald Trump ist gestern auf einem Parteitag in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gewählt worden. Insgesamt bekam er 1.775 Stimmen der Delegierten. Dabei spiegeln die 774 Gegenstimmen – so viele gab es nie zuvor – das zerstrittene Bild der Partei wider. Trump wird im November gegen die designierte Präsidentschaftskandidatin der Demokraten Hillary Clinton antreten. Umwelt- und Klimaschützer sehen die Kandidatur Trumps mit großer Sorge.

BildDonald Trump wurde gestern beim Parteitag der Republikaner in Cleveland zum Präsidentschaftskandidaten gewählt. (Ninian Reid/Flickr)

In mehreren öffentlichen Auftritten und Meinungsäußerungen hatte Trump den anthropogenen Klimawandel geleugnet. Falls er gewählt wird, wolle er das Pariser Klimaabkommen annullieren, bekräftigte er in einer Rede Ende Mai. Trump vertritt eine rückwärtsgewandte Energiepolitik, die darauf ausgerichtet ist, die USA mit fossilen Energien unabhängig von Importen aus dem Ausland zu machen. Bereits geschlossene Kohleminen will er wieder öffnen und so neue Jobs schaffen. Dabei haben die meisten großen US-Kohlekonzerne inzwischen Gläubigerschutz oder Insolvenz beantragt.

Inhaltlich positionieren sich die Republikaner konträr zur Energie- und Klimapolitik von Präsident Barack Obama. Diese sei "der Triumph des Extremismus über den gesunden Menschenverstand", heißt es im Wahlprogramm der Republikaner. Laut dem in Cleveland verabschiedeten Programm soll die nationale Umweltschutzbehörde EPA in eine unabhängige Zweiparteien-Kommission umgewandelt werden. Die Republikaner bezeichnen Kohlekraft als sauber und wollen die Macht von Behörden wie der EPA beschränken.

Vergangene Woche hatte Donald Trump den als erzkonservativ geltenden Mike Pence zu seinem Stellvertreter gemacht. Der Gouverneur des Bundesstaates Indiana ist überzeugter Klimawandel-Leugner und lehnt die Energiepolitik von Präsident Barack Obama strikt ab. "Die globale Erwärmung ist ein Mythos", äußerte Pence bereits im Jahr 2000 öffentlich.

klimaretter.info/jm

Lesen Sie unser Interview mit dem USA-Experten Sascha Müller-Kraenner: "Trump gibt den Klimaskeptiker aus Kalkül"

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