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BUND: "Energiewende am Scheideweg"

Vor dem Treffen der nördlichen Bundesländer am Montag zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) fordern Umweltverbände die Politik zu weitreichenden Korrekturen auf. In seiner derzeitigen Form würde der geplante Entwurf die Ökoenergien ausbremsen und den Kohlekraftwerken eine Bestandsgarantie verleihen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Bundesverbands Windenergie (BWE). Die Energiewende stehe an einem Scheideweg.

BildWie schnell die Windkraft künftig in Deutschland ausgebaut werden soll, darüber wird bald entschieden. (Foto: Dirk Ingo Schulze/Wkikimedia Commons)

Geplant sind unter anderem eine Umstellung bei der Erneuerbaren-Förderung auf Ausschreibungen sowie eine Ausbaugrenze für erneuerbar erzeugten Strom von maximal 45 Prozent bis 2025. Auch steht das Ausbauziel für die Windenergie an Land in Höhe von jährlich 2.500 Megawatt zur Debatte. "Ausgerechnet die kostengünstigste erneuerbare Energie abzuwürgen widerspricht auch dem Ziel der Regierung, Kosten sparen zu wollen", sagte BWE-Präsident Hermann Albers. "Um das Netz zu entlasten, sollten zuerst Atom- und Kohlekraftwerke heruntergefahren werden, nicht die erneuerbaren Energien."

Die Pläne zur EEG-Reform seien nicht vereinbar mit den Zielen, die sich die Weltgemeinschaft im Dezember in Paris gegeben habe. "Der Beschluss des Pariser Weltklimagipfels zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad erfordert auch in Deutschland weit größere Anstrengungen in der Klima- und Energiepolitik als bisher", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Die Verbände kritisieren vor allem den vorgesehenen Umstieg auf Ausschreibungen beim Grünstrom-Ausbau. "Mit den geplanten Ausschreibungen sollen die Erneuerbaren insgesamt gedeckelt und die Windkraft an Land hart ausgebremst werden", sagte Albers. Das könnte zu höheren Kosten führen und Investoren abschrecken und so insgesamt der Energiewende schaden. "Bürgerenergie und andere kleine Akteure haben keine Chance mehr."

klimaretter.info/bra

[Erklärung]  
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