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China will INDC-Überprüfung alle fünf Jahre

China und Frankreich wollen, dass die Vertragspartner des geplanten Pariser Klimaabkommens ihre Klimaziele alle fünf Jahre anpassen. So steht es in einer gemeinsamen Klimaerklärung die beide Länder am heutigen Montag in Peking verabschiedet haben. Einen solchen Mechanismus halten Experten für sehr wichtig, weil die bisher von den Staaten eingereichten Klimaziele, die sogenannten INDCs, nach Berechnungen von Wissenschaftlern nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Die Erklärung unterzeichneten Frankreichs Präsident François Hollande und Chinas Präsident Xi Jinping während der Chinareise des französischen Präsidenten.

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China hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres Solaranlagen mit einer Anschlussleistung von 10.000 Megawatt neu ans Netz gebracht. Damit ist das Land Spitzenreiter beim Solarzubau. (Foto: DuPont)

Dem Papier zufolge wollen die beiden Länder gemeinsam dafür sorgen wollen, dass "in Paris ein ehrgeiziges und rechtlich bindendes Abkommen" zur Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens zwei Grad entsteht. Dafür müssten die entwickelten Länder vorangehen und den Entwicklungsländern helfen – darauf pocht China seit Langem. Die Industrieländer sollen klarmachen, wie sie die versprochenen 100 Milliarden US-Dollar jährlich ab 2020 erreichen wollen, die sie für die Klimafinanzierung zugesagt haben.

"Es ist ermutigend zu sehen, dass der diplomatische Prozess einen Monat vor den Verhandlungen in Paris in Gang gekommen ist", sagte Li Shuo, Klimaexperte von Greenpeace in China, der britischen Zeitung The Guardian. Mit der Entwicklung der erneuerbaren Energien und dem Rückgang der Kohleverbrennung nehme China eine Vorreiterschaft in den Verhandlungen ein. "Aber damit Paris erfolgreich wird, ist noch viel mehr notwendig", betonte Li.

China, weltweit größter Emittent von Treibhausgasen, hat in seinen freiwilligen Klimazielen versprochen, seine Emissionen bis zum Jahr 2030 um 60 bis 65 Prozent im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt senken zu wollen. Das kann allerdings auch bedeuten, dass der chinesische Treibhausgasausstoß weiter steigt, weil das Wirtschaftswachstum die Einsparungen wieder zunichte macht. Zwar hat China angekündigt, dass sein Treibhausgasausstoß um das Jahr 2030 seinen Höhepunkt erreichen soll. Wie stark der Anstieg bis dahin sein wird, bleibt jedoch offen. Greenpeace-Experte Li hatte im Interview mit klimaretter.info aber prognostiziert, dass der Emissions-Höhepunkt wahrscheinlich schon lange vor 2025 erreicht wird.

klimaretter.info/fme

[Erklärung]  
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