Neuseeland schiebt "Klimaflüchtling" ab

Die neuseeländischen Behörden haben den "Klimaflüchtling" Ioane Teitiota am Mittwoch in seine Heimat, den pazifischen Inselstaat Kiribati, abgeschoben, wie australische Medien meldeten. Der 39-Jährige hatte in Neuseeland mit der Begründung Asyl beantragt, dass sein Land von der Überschwemmung durch den Meeresspiegelanstieg bedroht sei – sein Fall ging als der des möglicherweise ersten offiziellen Klimaflüchtlings durch die Medien. Nachdem auch der Oberste Gerichtshof des Landes seinem Antrag nicht stattgegeben hatte, war ein Flug in sein Heimatland für ihn gebucht worden.

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Kiribati liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel – hier das Onotoa-Atoll. (Foto: Rafael Ávila Coya/Flickr)

Teitiota und seine Frau Angua Erika waren bereits im Jahr 2007 nach Neuseeland gekommen. Nachdem ihre Aufenthaltserlaubnis abgelaufen war, beantragten sie Asyl. Die Einwanderungsbehörde lehnte ihren Antrag ab und die beiden gingen vor Gericht. Auch der Oberste Gerichtshof in Neuseeland gab ihrem Begehren nicht statt, weil die Genfer Flüchtlingskonventionen nur bei Verfolgung wegen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion, Nationalität oder Überzeugung gelte. Bei bevorstehender Zerstörung der Lebensgrundlage durch den Klimawandel greife sie nicht. Nachdem der Familienvater das Land verlassen musste, steht auch seiner Frau und den drei Kindern der Familie die Abschiebung bevor.

Kiribati besteht aus 32 Atollen, die alle nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen. Das Land ist vom Klimawandel bedroht, weil der Meeresspiegel steigt. Die Regierung Kiribatis beschäftigt sich schon seit Längerem mit Umsiedlungsplänen für die Inselbewohner. Im vergangenen Jahr hatte der Inselstaat Land für Klimaflüchtlinge in Fidschi erworben.

klimaretter.info/fme

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