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Schifffahrt soll Emissionsdaten sammeln

Die Treibhausgasemissionen des internationalen Schiffsverkehrs sollten global reguliert werden. Das forderten Abgeordnete des Europäischen Parlaments nach einem Treffen mit Mitgliedern der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation IMO. Eine Einigung auf die Begrenzung der Emissionen sollte angesichts der bevorstehenden UN-Klimakonferenz in Paris so schnell wie möglich gefunden werden, sagte die Sozialdemokratin Jytte Guteland, Mitglied im Umweltausschuss des EU-Parlaments.

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Die internationale Schifffahrt stößt so viel Kohlendioxid aus wie der globale Straßenverkehr – bislang noch völlig unreguliert. (Foto:
Peter Kraayvanger/Pixabay)

Zusätzlich forderten die EU-Abgeordneten die Internationale Seeschifffahrts-Organisation auf, ein globales System zur Erfassung der CO2-Emissionen der Schifffahrt einzuführen. Dies sei "ein erster Schritt, den CO2-Fußabdruck der Schifffahrt zu erfassen", so Guteland. Die Abgeordnete verwies auf das erst kürzlich vom EU-Parlament beschlossene Monitoring-System für die europäische Schifffahrt. "Es ist inakzeptabel, dass die Schifffahrt weiter ihre Emissionen steigern kann, während alle anderen Sektoren gehalten sind, ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten", kritisierte Guteland. Wenn die IMO es seit Jahren nicht schaffe, ein Abkommen auf den Weg zu bringen, müsse jetzt die EU aktiv werden.

Auf dem Treffen der IMO am Mittwoch hatten die Marshall-Inseln einen Entwurf zur Senkung der Emissionen in der Schifffahrt vorgelegt, auf den die Mitgliedsstaaten jedoch nicht eingingen. Man werde die Emissionen der Schifffahrt "zu einem geeigneten Zeitpunkt" angehen, sagte ein IMO-Vertreter.

Das EU-Parlament hatte Ende April einem Gesetzentwurf zugestimmt, der Reedereien vorschreibt, die Treibhausgasemissionen ihrer Schiffe zu erfassen und regelmäßig Bericht darüber zu erstatten. Das Gesetz, das informell bereits mit dem EU-Ministerrat abgestimmt ist, soll für alle Schiffe gelten, die europäische Häfen nutzen. Das soll Druck auf die Verhandlungen mit der IMO machen. Erfasst werden alle Schiffe über 5.000 Bruttoregistertonnen; ausgenommen sind Fischerei-, Militär-, Regierungs- und einfache Holzschiffe. Das Gesetz soll bei einem der kommenden Treffen des EU-Ministerrates beschlossen werden und am 1. Juli in Kraft treten. Die Berichtspflicht für die Reedereien soll ab 2018 greifen.

klimaretter.info/em

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