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UNO: Klimawandel bedroht Menschenrechte

Der UN-Menschenrechtsrat UNHRC sieht im Klimawandel eine zunehmende Bedrohung für die Einhaltung der Menschenrechte. Das betonte das Gremium bei seiner 28. Sitzung, die derzeit in Genf stattfindet. Nach Einschätzung des Rates führt die fortschreitende Erderwärmung immer sichtbarer zu Menschenrechtsverletzungen und stellt Staaten und Regierungen vor ständig wachsende Herausforderungen.

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Sitz der Vereinten Nationen in Genf. Auch der UN-Menschenrechtsrat ist hier untergebracht. (Foto: Henry Mühlpfordt/Wikimedia Commons)

Während des Treffens, in dem unter anderem der Jahresbericht des Rates verabschiedet wird, ging es einen ganzen Tag lang nur um den Klimawandel. "Die Folgen der Erderwärmung bedrohen direkt und indirekt die volle Ausübung der Menschenrechte", stellte der Rat fest, "insbesondere die Menschenrechte auf Leben, auf Wasser, auf Nahrung, auf Gesundheit, auf Wohnen, auf Selbstbestimmung, auf Kultur, auf Entwicklung."

Die Bedrohung durch den Klimawandel hat der Menschenrechtsrat schon seit einigen Jahren auf seiner Agenda. In seiner Resolution 7/23 vom März 2008 hatte der Rat festgestellt, dass der Klimawandel eine "unmittelbare und weitreichende Gefahr" darstellt und Menschenrechtsverletzungen begünstigt. Eine vom UNHRC in Auftrag gegebene Studie untermauerte im folgenden Jahr diese Einschätzung.

Auch eine weitere UN-Organisation, das Umweltprogramm Unep, hat sich in dieser Woche mit den Folgen des Klimawandels befasst. Laut dem Bericht "Africa's Adaptation Gap" (Afrikas Anpassungslücke), den Unep vorgelegt hat, ist die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung von Unterernährung bedroht, falls es zu einer globalen Erwärmung um zwei Grad kommt. Auf dieses sogenannte Zwei-Grad-Ziel hat sich die internationale Staatengemeinschaft als Limit für den Temperaturanstieg verständigt. Der neue Weltklimavertrag, der Ende des Jahres in Paris beschlossen werden soll, dient ausdrücklich dem Ziel, dieses Limit einzuhalten. Experten warnen seit Langem, dass ein globaler Temperaturanstieg von zwei Grad für Afrika einen Anstieg von 3,5 bis vier Grad bedeuten würde.

Nach Unep-Berechnungen bräuchte der Kontinent 50 bis 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr, um sich an dieses Szenario anzupassen. Um diese enormen Kosten zu stemmen, schlägt die UN-Organisation eine Abgabe auf die Ausbeutung fossiler Rohstoffe sowie auf Finanztransaktionen, internationalen Handel, Verkehr und Tourismus vor.

klimaretter.info/vk

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