US-Regierung warnt vor Umweltkosten

Die US-amerikanische Regierung warnt vor extrem hohen wirtschaftlichen Kosten, sollte der Klimaschutz weiter aufgeschoben werden. Auf die Umweltkosten, die schon nicht mehr abzuwenden sind, müsse man in den nächsten zehn Jahren ohne ambitionierten Klimaschutz noch mal 40 Prozent drauflegen, heißt es aus dem Weißen Haus unter Berufung auf eine neue eigene Studie.

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Eine neue Studie aus dem Weißen Haus warnt davor, den Klimaschutz weiter hinauszuschieben. Im Bild: US-Präsident Barack Obama mit Stabschef vor seinem Amtssitz. (Foto: Pete Souza/ whitehouse.gov)

Dies untermauere die Klimaschutzvorhaben des demokratischen Präsidenten Barack Obama. "Wir machen jetzt auf ganzer Linie Druck für unseren Climate Action Plan", sagte Obamas Berater John Podesta gegenüber dem britischen Guardian. Zwei Initiativen stehen demnach in Kürze an: eine zur Einsparung von Methan-Emissionen in der Biogasbranche, die andere zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung trotz Klimawandel.

Die USA spüren den Klimawandel bereits deutlich. Gerade der Süden des Landes leidet unter Dürren – bis hin zu nahezu komplett ausgetrockneten Seen. Obama hatte in seinem Climate Action Plan das Ziel gesteckt, bis 2017 den Anteil erneuerbarer Energien auf 15 Prozent des Gesamtverbrauchs zu steigern. Bis 2020 sollen es 20 Prozent werden. Außerdem setzte der Präsident strengere CO2-Richtlinien für Kohlekraftwerke fest. Da Obama mit seinen Klimaschutzideen zuvor im Kongress gescheitert war, setzte er sich diesmal mit einer Verschärfung der Luftreinhalteverordnung durch – per Executive Order an die nationale Umweltbehörde EPA und damit vorbei an dem Gesetzgebungsorgan aus Senat und Repräsentantenhaus. Gegner dieser Politik, vor allem Abgeordnete der Republikanischen Partei, kritisierten das als undemokratisch.

Die Aussage der Studie ist indes nicht neu. Schon der viel beachtete Stern-Report von 2006 brachte vor allem ökonomische Argumente für den Klimaschutz vor, und erst im Frühjahr sprach der Weltklimarat eine ähnliche Warnung aus. Andere Institutionen wie die Weltbank werben für Klimaschutz, weil sich damit wirtschaftlicher Gewinn erzielen lasse. Ein solcher Green-Economy-Ansatz ist allerdings umstritten – schließlich müsste für einen effektiven Klimaschutz vor allem die fossile Branche stark verlieren.

klimaretter.info/scz

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