Briten erlauben Fracking in Nationalparks

Großbritanniens Regierung macht den Weg frei für das umstrittene Fracking zur Schiefergasförderung, und zwar auch in Nationalparks und anderen geschützten Regionen. Am heutigen Montag hat das Kabinett das Ergebnis einer entsprechenden Strategischen Umweltprüfung bekannt gegeben. Demnach sollen Energiekonzerne künftig im halben Vereinigten Königreich Schiefergas fördern dürfen. Schon heute begann eine Versteigerung von Bohrrechten an Unternehmen.

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Britische Umweltaktivisten protestieren gegen den Einsatz der umstrittenen Fracking-Technologie bei der Schiefergasförderung. (Foto: Frack Off)

Für Nationalparks, Landschaften besonderer natürlicher Schönheit und Welterbestätten hat die britische Regierung heute spezielle Richtlinien zur Zulassung von Bohrungen vorgestellt. Dort darf auch künftig unter "besonderen Umständen" Schiefergas gefördert werden, nämlich wenn dies "dem öffentlichen Interesse dient". Das ist weit gefasst: "Die Regierungskoalition glaubt, dass das Schiefergas die Energiesicherheit steigern wird und uns mit Wachstum und Arbeitsplätzen versorgen wird", heißt es.

Dass die konservativ-liberale Regierung in London die Insel zu einer Art Fracking-Paradies machen will, hatte sich schon im vergangenen Jahr abgezeichnet, als sie der Schiefergasbranche erhebliche Steuernachlässe gewährte. Seit der Ukraine-Krise werden die unkonventionellen Ressourcen in vielen europäischen Staaten als ein möglicher Ausweg gehandelt, um von russischem Erdgas unabhängig zu werden. Dabei wurde im Januar bekannt, dass die Vorkommen wesentlich geringer sind als ursprünglich erwartet. Dass sich die Förderung im dicht besiedelten Europa wirtschaftlich lohnt, ist deshalb umstritten. Indes werden immer mehr Nachteile der zur Förderung von Schiefergas nötigen Fracking-Technologie für Umwelt, Klima und Gesundheit bekannt.

klimaretter.info/scz

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