EU macht Weg für Fracking frei

Das Europaparlament hat heute die Richtlinie über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) bestätigt. Demnach wird es keine UVP-Pflicht für Schiefergasprojekte geben, welche die umstrittene Fracking-Technologie anwenden. Die europäischen Grünen hatten sich gegen eine entsprechende Einigung in erster Lesung ausgesprochen. 

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Fracking kann eine Gefahr fürs Grundwasser sein. Die EU soll dafür trotzdem keine UVP vorschreiben, findet die Mehrheit der Abgeordneten im Europäischen Parlament. (Grafik: EIA)

"Jetzt können diese Projekte gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger und gegen Umweltschutzinteressen durchgedrückt werden, ohne dass Mindeststandards für die Prüfung und öffentliche Beteiligung sichergestellt werden," sagte Rebecca Harms, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im EU-Parlament.

Ebenfalls beschlossen wurde eine Verordnung, die den Gebrauch klimaschädlicher F-Gase (fluorierte Treibhausgase) reduzieren soll. Diese Super-Treibhausgase haben eine sehr hohe Klimawirksamkeit, schädigen die Atmosphäre bis zu 23.000 Mal stärker als Kohlendioxid und bleiben teilweise für Tausende von Jahren in der Atmosphäre. Im Gegensatz zu anderen Treibhausgasen stieg der Ausstoß dieser F-Gase seit 1990 um 60 Prozent an.

Nach der  Verordnung müssen die EU-Staaten den Ausstoß dieser Treibhausgase nun bis 2030 um fast 80 Prozent reduzieren. Unter anderem finden die fluorierten Gase bisher Einsatz als Kühlmittel, was nun ab 2022 verboten wird. Mit der neuen F-Gas-Verordnung, die ab 2015 in Kraft tritt, will die Europäische Union im Rahmen ihrer Klimapolitik zusätzlich 70 Millionen Tonnen F-Gas-Emissionen im Jahr 2030 einsparen.

Die Liste der Treibhausgase war gerade erst um vier Einträge länger geworden: Wissenschaftler der University of East Anglia spürten vier Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) auf, von deren Existanz noch niemand wusste. Bislang hätten sich bereits rund 74.000 Tonnen davon in der Atmosphäre angesammelt, schrieben die Forscher in einem Artikel, der im Fachmagazin Nature Geoscience erschien.

klimaretter.info/reni

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