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Gabriel fordert: Kohle noch für Jahrzehnte

Klare Töne und Stimmungsmache vor der Bundestagswahl aus dem Haus der Sozialdemokraten: Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel will den Umstieg von einer fossilen auf eine erneuerbare Energieversorgung scheinbar deutlich abbremsen. Die Ausbaudynamik der erneuerbaren Energien müsse "kontrolliert" werden, sagte Gabriel der Wirtschaftswoche. "Je mehr, desto besser – das ist falsch."

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Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender: "Zur Wahrheit gehört: Man kann nicht gleichzeitig aus der Atomenergie und der Kohle aussteigen." (Foto: SPD Niedersachsen)

Gabriel forderte, den konventionellen Kraftwerkspark wieder anzufahren. "Statt neue Gaskraftwerke zu bauen, die wir dringend brauchen, werden hochmoderne Gaskraftwerke derzeit stillgelegt", so Gabriel.

Aber es geht dem SPD-Chef nicht nur um das vergleichsweise weniger klimaschädliche Erdgas: "Zur Wahrheit gehört auch: Man kann nicht gleichzeitig aus der Atomenergie und der Kohle aussteigen", sagte Gabriel. Kohlekraftwerke hätten noch auf mehrere Jahrzehnte ihre Berechtigung.

Deshalb fordert Gabriel nun einen grundlegenden Richtungswechsel in der Energiepolitik. "Wenn die Energiewende nicht komplett neu gestartet und endlich professionell gesteuert wird, stehen wir vor dem größten Deindustrialisierungs-Programm unserer Geschichte. " Das EEG sei ein "kluges Gesetz" gewesen, als grüne Energien eine Nische waren, so Gabriel. Jetzt entwickle es sich aber zum Hindernis für deren Zukunft.

klimaretter.info/em

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