Kanada trommelt wieder für Teersande
Wie schon 2011, halten sich zurzeit wieder mehrere Minister der kanadischen Regierung in Europa auf, um ein EU-Importverbot für Treibstoffe aus Teersanden zu verhindern. Nach Informationen der EU-Koordination des Deutschen Naturschutzrings ist der Anlass für die hochrangige Lobbytour ein Report über mögliche Auswirkungen eines derartigen Verbots, an dem die Europäische Kommission momentan arbeitet.

Teersand-Abbau in der kanadischen Provinz Alberta. Kanadas konservative Regierung setzt sich sehr für diese extrem umweltschädliche Form der Ölgewinnung ein. (Foto: Greenpeace)
Die Gewinnung von Kraftstoffen aus Teersanden zerstört nicht nur in großem Umfang Wälder und Moore und vergiftet das Grundwasser – sie verursacht auch deutlich höhere Klimagas-Emissionen als herkömmliche fossile Treibstoffe. Greenpeace zählt diese neue Industrie in einer aktuellen Studie zu den weltgrößten Klimakiller-Projekten. Weil die EU-Treibstoffqualitäts-Richtlinie eine Senkung der Emissionen bei der Kraftstoffgewinnung vorschreibt, will die EU-Kommission Teersand-Treibstoffe als besonders klimaschädlich einstufen, was einem Importverbot gleichkäme. Das scheiterte allerdings vor einem Jahr an der mangelnden Zustimmung der Mitgliedsstaaten – auch Deutschlands.
Unterdessen hat Dave Heiman, republikanischer Gouverneur des US-Bundesstaates Nebraska, seinen Widerstand gegen die umstrittene Keystone-XL-Pipeline aufgegeben. Heiman war der letzte Republikaner, der sich gegen die 1.000 Kilometer lange Nord-Süd-Pipeline für Teersand-Öl gewehrt hatte. Das Bündnis 350.org hat für den 17. Februar zur Demonstration in Washington geladen. US-Präsident Barack Obama will über das Projekt Anfang April entscheiden.
klimaretter.info/red
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Handelsinteressen sind der Europäischen Union wichtiger als der Klimaschutz. Treibstoff aus Teersand gilt nach einem neuen Gesetzesentwurf nicht mehr als schädlicher als herkömmliches Benzin, obwohl die EU ihn selbst so eingestuft hat. Grund ist die Intervention durch Kanada, in dessen Untergrund große Mengen der Ölsande liegen.
Die EU-Mitgliedstaaten sollen nach Vorschlag der Kommission ihre Energiesteuersysteme umstrukturieren. Energieträger sollen künftig nach ihrem Energiegehalt und nach ihrer Klimaschädlichkeit besteuert werden. Deutschland und Großbritannien blockieren.
Trotz aller Umwelt- und Klimaschäden weitet Kanada die Produktion von Öl aus Teersanden ungebremst aus. Um zukünftig noch mehr Öl in die USA zu exportieren, planen die beiden Staaten die Erweiterung ihres Pipeline-Netzes. Keystone XL soll vom kanadischen Saskatchewan bis in den Süden der USA nach Houston, Texas, reichen.
Am vergangenen Wochenende gingen in Washington wieder mehr als 12.000 Menschen gegen die berüchtigte Ölpipeline Keystone XL auf die Straße. Doch es geht längst nicht mehr nur um eine Öl-Pipeline: Die Demonstranten fordern von Barack Obama, endlich seine Wahlkampfversprechen für mehr Klimaschutz einzulösen und erhöhen damit drei Wochen vor der nächsten Weltklimakonferenz den Druck auf den Präsidenten.
Robin Wood protestiert vor der kanadischen Botschaft gegen die Northern Gateway-Teersandpipeline
In Washington versammeln sich heute Umweltaktivisten, um gegen die Ölpipeline Keystone XL zu protestieren. In den nächsten zwei Wochen sind verschiedene Aktionen zivilen Ungehorsams geplant. Mehrere Menschen wurden heute verhaftet, darunter Bill McKibben, Gründer der Aktion 350.org. Die Keystone XL-Pipeline soll eine deutliche Ausweitung der Lieferung von Öl aus kanadischen Teersanden ermöglichen.
Bei einer Abstimmung im zuständigen Ausschuss enthielten sich die meisten Mitglieder
Der Ölkonzern führt die Öffentlichkeit über die Folgen des Pipeline-Unfalls in Arkansas angeblich in die Irre
In der Anti-Terror-Strategie des Landes tauchen radikale Umweltschützer als potentielle Terroristen auf
Im Rahmen einer Steuergesetzgebung setzten die Republikaner eine Klausel durch, nach der Präsident Obama innerhalb von 60 Tagen über das Schicksal der umstrittenen Ölpipeline entscheiden muss
Mit einer Woche voller Aktionen fordern Umweltschützer in Washington: "Vorwärts beim Klima"
Eine Gruppe von Klimaaktivisten in Londoner Wirtschaftsministerium protestiert gegen den Abbau von Teersand - und gegen das geplante Welthandelsabkommen CETA zwischen der EU und Kanada.
Am Wochenende wollen Klimaschützer in Washington vor dem Weißen Haus gegen Öl aus Teersand demonstrieren
Kanada ist der weltweit größte Förderer von Teersand und nimmt auf Umwelt und Klima dabei wenig Rücksicht. Dennoch wirbt die Tourismusbranche weiter mit unberührter Natur. Um diesen Widerspruch aufzuzeigen und die Teersandgewinnung zu stoppen, starten Umweltverbände nun zum Auftakt der Tourismusmesse ITB eine große Kampagne – an der sich jeder beteiligen kann.

