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Vattenfall muss Öffentlichkeit anhören

Zum Braunkohlenplan für den Tagebau Welzow-Süd II in der Lausitz wird es – wie bereits erwartet – eine erneute Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung geben. Das wurde am Donnerstag in der Sitzung des brandenburgischen Braunkohlenausschusses in Cottbus bekannt gegeben. Demnach soll im Laufe des kommenden Jahres eine zweimonatige öffentliche Auslegung durchgeführt werden, um den Plan danach in wesentlichen Teilen zu überarbeiten.

Der ostdeutsche Umweltverband Grüne Liga begrüßte die Entscheidung, die ein "überfälliger Schritt" sei. Wolfgang Renner, bündnisgrüner Bundestagskandidat für Cottbus und den Landkreis Spree-Neiße, findet sogar: "Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, das Vorhaben komplett aufzugeben." Es sei ein Anachronismus, im Zeitalter von erneuerbaren Energien noch neue Tagebaue aufschließen zu wollen.


Verschlingt riesige Landflächen: der Braunkohletagebau in der Lausitz. Nicht nur Umweltverbände sind gegen eine Ausweitung des Abbaugebiets. Im Bild fliegt ein Greenpeace-Zeppelin über Welzow-Süd. (Foto: Greenpeace)

Der Vattenfall-Konzern will 20 Kilometer südlich von Cottbus weitere 1.900 Hektar Fläche abbaggern, um Braunkohle für seine Kraftwerke zu gewinnen. Mehr als 800 Menschen müssten dazu umgesiedelt werden. Auch hier protestieren Umweltverbände und betroffene Anwohner. "Eine energiepolitische Notwendigkeit der Umsiedlungen wird man auch in Zukunft nicht nachweisen können", meint René Schuster, Vertreter der Umweltverbände im Braunkohlenausschuss des Landes. Denn die Kohle im bereits genehmigten Tagebau Welzow I würde ausreichen, das Kraftwerk Schwarze Pumpe bis nach 2040 zu versorgen. Die Kohle aus Welzow II solle stattdessen "in noch klimaschädlicheren Kraftwerken verschwendet werden", ärgert sich Schuster. "Das hat mit Gemeinwohl nichts zu tun."

Der neue Tagebau würde zudem den Wasserhaushalt der Spree und anderer Gewässer weiter enorm belasten. Die Folgen der jahrzehntelangen Braunkohleförderung sind in der Lausitz bereits jetzt zu bemerken. Als Ziel für den Abschluss des Planverfahrens wird der Anfang des Jahres 2014 genannt.

klimaretter.info/bb
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