Bundestag: Energie sparen bringt nichts

Sparsamere Autos, effizientere Waschmaschinen, energieeffiziente Häuser, Nahrungsmittel aus der Region: Mit solchen Mitteln werden Konsumenten angehalten, beim Einkauf auf Umwelt und Klimaschutz zu achten. Doch solcherlei Maßnahmen drohen zu verpuffen oder gar das Gegenteil zu bewirken, wie die Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" in ihrem Bericht herausstellt, der heute veröffentlicht wurde. 


Jede Wette: Hier werden immer mehr Gebäude gedämmt – Blick vom Münchner Rathaus. Aber die Wohnraumfläche pro Kopf steigt auch – ein Rebound-Effekt. (Foto: Michael Schulze von Glaßer)

"Die Belastungsgrenzen des Ökosystems unseres Planeten sind vielfach bereits erreicht oder gar schon überschritten", erklärte Hermann Ott, bündnisgrüner Obmann der Kommission und Leiter der Projektgruppe 3. Es geht um den sogenannten Rebound-Effekt beim grünen Konsum: Die Verbraucher würden sich zwar bei ihren Kaufentscheidungen bereits nach Maximen wie Klimaschutz und Energieeinsparung richteten, aber dies bringe nichts. Ein Beispiel: Zwar werden die Wohnhäuser heute deutlich besser gedämmt als vor 20 Jahren. Statistisch gesehen bewohnen die Menschen dafür heute aber ein Drittel mehr Wohnraum pro Kopf – was im Ergebnis zum gleichen Energieverbrauch führt. Zudem wird bei sinkenden Energiekosten oft einfach mehr geheizt

Diese Rebound-Effekte seien in der Klima- und Umweltdebatte bislang unterschätzt worden, so die Kommission. Mit den Energiespargeräten würden letztlich mehr Ressourcen verbraucht als zuvor.

Die öffentliche Sitzung, die Ott mit einem Referat einleitete, fand unter Vorsitz vonDaniela Kolbe (SPD) im Paul-Löbe-Haus in Berlin statt. Sie wurde live im Parlamentsfernsehen übertragen und kann auf der Internetseite des Bundestages angesehen werden.

klimaretter.info/reni

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