"Konservative Lösungen" fürs Klima

Innerhalb der US-Republikaner regt sich Widerstand gegen die Hegemonie der "Klimaskeptiker". Der ehemalige Kongressabgeordnete Bob Inglis hat einen Think Tank namens "Energy and Enterprise Initiative" (EEI) gegründet, der "konservative" Antworten auf den Klimawandel finden und popularisieren soll. Die Initiative ist an der George Mason Universität in Fairfax (Virginia) angesiedelt. Inglis warnt davor, den Klimawandel zu leugnen und verspricht: "Konservative können die Führung in Sachen Energie und Klima übernehmen."


Bob Inglis 2009, damals noch Kongressabgeordneter, bei einer Veranstaltung mit Wählern in Greenville/South Carolina  (Foto: Maryanne Inglis / Flickr)

Der Republiker Inglis hatte den Wahlkreis 4 (Spartanburg / Greenville) in South Carolina 18 Jahre lang im Repräsentantenhaus vertreten, bevor er 2010 von einem Kandidaten der rechtspopulistischen Tea Party verdrängt wurde. Inglis hatte sich aktiv gegen die klimaskeptische Welle in seiner Partei gestemmt - was nach seiner Einschätzung zu seinem Karriereende beitrug. Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Parlament hielt er im Wissenschaftsausschuss eine leidenschaftliche Rede für Klimaschutz.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Inglis an seine Partei appelliert, sich den wissenschaftlichen Tatsachen in Sachen Erderwärmung zu stellen. "Als Konservative sind normalerweise Fakten unser Metier, wir akzeptieren die Wissenschaft und widerstehen Stimmungen" - mit solchen und ähnlichen Formulierungen versucht Inglis seine Partei bei ihrer Ehre zu packen. Bisher erfolglos. Früher oder später, meint Inglis, würden die Republikaner aber sicher von den Tatsachen überwältigt. Tatsächlich sorgt die gegenwärtige Hitzewelle in den USA anscheinend dafür, dass die Aufmerksamkeit für den Klimawandel wieder steigt.

"Geleitet von konservativen Prinzipien wie freies Unternehmertum und ökonomisches Wachstum"

Geschickt verknüpft Inglis nun in seiner EEI Grundüberzeugungen der politischen Rechten mit der Erderwärmung - wie es die Psychologie für Fälle wie den Klimaskeptizismus empfiehlt. "Es entspricht nicht dem Konservatismus, Probleme und Kosten den nächsten Generationen zu überlassen", heißt es in der Selbstdarstellung des Think Tanks. "Konservative wollen Probleme effizient lösen und zugleich die Freiheiten wahren."

Inglis verspricht, die Initiative werde "geleitet sein von konservativen Prinzipien wie freies Unternehmertum und ökonomisches Wachstum, wie schlanker Staat, Freiheit, Verantwortlichkeit und kluge Risikovermeidung". Konkret soll die EEI Forschungsstipendien vergeben, Tagungen veranstalten und Öffentlichkeitsarbeit aller Art betreiben.

klimaretter.info/alf

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