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Klimaschützer wollen Emissionshandel retten

Im Auftrag von WWF und Greenpeace hat das Öko-Institut Vorschläge erarbeitet, wie dem fallenden Zertifikatspreis im europäischen Emissionshandelssystem ETS entgegengewirkt werden kann. Die bisherigen Vorschläge des EU-Parlaments reichen demnach nicht aus. Vor allem eine Verschärfung des Klimaschutzziels der Europäischen Union sei notwendig, erklärten die Umweltverbände.


Kohlendioxidemissionen sind zu billig, der Zertifikatspreis bietet zur Zeit wenig Anreiz in klimafreundliche Investitionen. (Foto: Paul Langrock)

Das Problem: Seit Monaten ist der Zertifikatspreis für eine Tonne Kohlendioxid-Emissionen im Keller - er beträgt zur Zeit etwa 6,50 Euro. Die EU hatte bei der Einführung des Emissionshandels mit einem langfristigen Zertifikatspreis von 30 Euro kalkuliert. Erst dann rechnet man damit, dass Firmen ernsthaft in klimaschutzfreundliche Technologien investieren, um Zertifikate einzusparen.

"Die Wirtschaftskrise und Schlupflöcher für die Industrie haben eine wahre Flut von Verschmutzungsrechten ausgelöst und den Emissionshandel ins Wanken gebracht", sagt Stefan Krug von Greenpeace. "Die EU muss jetzt dringend ihr zentrales Klimaschutzinstrument der neuen Lage anpassen."

Das EU-Parlament hatte vorgeschlagen, 1,4 Milliarden Zertifikate kurzfristig aus dem Markt zu nehmen. Sie könnten aber später wieder in den Handel einfließen. Dem Öko-Institut zufolge würde das nicht ausreichen, um den Zertifikatspreis zu stabilisieren. Man müsste die Zertifikate mindestens zehn Jahre stilllegen und durch verschärfte Treibhausgas-Reduktionsziele dafür sorgen, dass keine erneute Zertifikatsschwemme entsteht. Eine Erhöhung des EU-Klimaschutzzieles auf 30 Prozent scheiterte jedoch kürzlich am Veto Polens.

klimaretter.info/hb


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