Röttgen will strenge Fracking-Regeln
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will strengere Regeln für Gas-Fracking. Nach einem Bericht des Branchendienstes dowjones.de hat das Umweltministerium einen neuen Gesetzesentwurf über die Förderung von Gas aus tiefen Gesteinsschichten vorgelegt, der gerade zwischen den Ministerien abgestimmt wird. Das Umweltministerium "setzt sich für eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung ein, wenn bei der Suche und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten wassergefährdende Stoffe eingesetzt werden", heißt in dem Bericht. Dafür müsste die Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben geändert werden.

Neuer Gesetzentwurf: In Trinkwasserschutzgebieten soll Fracking gänzlich verboten werden. (Foto: Reimer)
Fracking ist ein Verfahren, mit dem unkonventionelles Gas gefördert wird, das nicht durch einfaches Anbohren der Vorräte an die Oberfläche befördert werden kann. Unkonventionelles Gas ist in den Gesteinsporen tiefer geologischer Schichten gespeichert. Um das Gestein aufzubrechen, werden Sand, Chemikalien und große Mengen Wasser unter hohem Druck in den Boden gepresst. Durch die hierbei entstehenden Risse im Gestein steigt das Gas an die Oberfläche und wird dort aufgefangen.
Die Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung ist Teil des Bundesberggesetzes, das auch die Gewinnung unterirdischer Rohstoffe regelt. "Bis zur restlosen Klärung aller Risiken sollten nach Auffassung des BMU zunächst keine weiteren Genehmigungen erteilt werden", heißt es weiter. "In besonders sensiblen Gebieten, wie zum Beispiel in Trinkwasserschutzgebieten, sollte generell auf Bohrungen nach unkonventionellen Erdgasvorkommen verzichtet werden." Norbert Röttgen ist neben seinem Ministeramt auch noch Chef der CDU in Nordrhein-Westfalen, wo Fracking heftig umstritten ist. Röttgen werden Absichten nachgesagt, sich bei den nächsten Wahlen um das Ministerpräsidentenamt in Düsseldorf bewerben zu wollen.
klimaretter.info/reni
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