Frauen wollen mehr Geld für Anpassung
Tagung des 'Climate Investment Funds' in Südafrika: Bislang 6,5 Milliarden US-Dollar flosssen seit 2008 in 45 Entwicklungsländer, um dort Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu finanzieren. Allerdings zielen 70 Prozent der Mittel auf Großprojekte, weshalb Frauen in ländlichen Regionen oft leer ausgehen.Aus Kapstadt Kristin Palitza (IPS)
Tagung des Climate Investment Funds (CIF) in Südafrikas Hauptstadt: Auf dem "Partnership Forum" stand eine frauenfreundlichere Klimafinanzierung auf dem Programm. Bereits heute werden in den Entwicklungsländern Millionen US-Dollar für Klimaprojekte aufgebracht. Doch obwohl Frauen die Hauptleidtragenden der Erderwärmung sind, bleiben die finanziellen Mittel für sie meist unerreichbar.

Feldarbeit ist in Afrika zumeist Frauensache. Was aber, wenn wegen der Erderwärmung zunehmend die Erträge ausfallen? (Foto: Kristin Palitza/IPS)
Bislang stellte der CIF 6,5 Milliarden US-Dollar 45 Entwicklungsländern zur Verfügung, mehr als ein Drittel des Betrags ging an 15 afrikanische Staaten. Die Weltbank hatte den CIF 2008 in Zusammenarbeit mit regionalen Entwicklungsbanken ins Leben gerufenen, um arme Länder im Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen. Der Löwenanteil aber – über 70 Prozent– wurde in Hightech- und Transportprojekte investiert - klassische Männerdomänen. Lediglich 30 Prozent der Mittel flossen in die Finanzierung kleiner Initiativen, die dem ländlichen Raum und somit auch den Frauen zugute kommen.
"Auf internationaler Ebene ist zwar viel über die Klimafinanzierung zum Wohl der lokalen Gemeinschaften und Frauen zu hören, doch umgesetzt wird herzlich wenig", erlärt Ange Bukasa von Chezange Connect, einer Organisation zur Förderung von Investitionen in der Demokratischen Republik Kongo.
Experten des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) warnten auf dem Treffen in Kapstadt, dass der CIF das existierende geschlechtsspezifische Ungleichgewicht noch weiter verstärken könnten. Frauen müsse bei der Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen an die Erderwärmung ein stärkeres Mitspracherecht eingeräumt werden.
Doch Mitsprache von Frauen in Klimafragen ist derzeit eher die Ausnahme als die Regel. "Die Verbindung zwischen großen regionalen Institutionen, die die Fonds verwalten, und den Menschen an der Basis, die die Gelder benötigen, fehlt", urteilt Ange Bukasa, die in Katanga im Süden der Demokratischen Republik Kongo mit Bauern zusammenarbeitet.Frauen sind aus der kleinbäuerlichen Landwirtschaft Afrikas nicht wegzudenken. Dennoch werden sie in Klimafragen nicht berücksichtigt.
Zusagen für frauenfreundliche Projekte
Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Menschen in den ländlichen Gebieten des schwarzen Kontinents überhaupt nicht wissen, was der Klimawandel ist und was er speziell für sie bedeutet - geschweige denn was sie tun müssen, um ihn aufzuhalten oder abzumildern. "Den Menschen mag das Wort 'Klimawandel' bekannt vorkommen, doch haben sie keinen blassen Schimmer, wie sie sich schützen oder sich überdas Thema informieren können", erläutert Bukasa. Somit sind sie nicht in der Lage, die Probleme zu analysieren, Lösungsansätze zu finden und für diese dann Gelder beim CIF zu beantragen. Bukasa: "Ihnen bleibt also nichts anderes übrig, als weiterzumachen wie bisher."
Doch offenbar ist die Kritik an der Männerlastigkeit des Finanzierung durch den CIF bei den richtigen Stellen angekommen. So kündigten jene internationalen Kreditinstitutionen an, welche den Fonds verwalten, dass sie bei der Bewilligung von Geldern künftig die Interessen von Frauen stärker berücksichtigen wollen.
"Wir sind entschlossen, Frauenfragen bei der Klimafinanzierung einen höheren Stellenwert einzuräumen", erklärte auf der Tagung Mafalda Duarte, Klimafinanzierungsexpertin bei der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB), eine jener regionalen Institutionen, die den CIF verwalten. Man werde einen besonderen Fokus auf die Finanzierung von Energieprojekten legen, die das Leben von Frauen und Mädchen nachhaltig verbessern können. Schließlich seien sie es, die in den ländlichen Gebieten für die Wasser- und Holzbeschaffung zuständig sind.
Neue Energiesparkocher in Sambia: Das Magazin Geo hatte recherchiert, wie sich RWE mit diesen Kochsystemen Zertifikate generieren lassen. (Foto: Per-Anders Pettersson/GEO)
Finanziert werden sollen beispielsweise Solarenergieprojekte, verbesserte Kochöfen, nachhaltige Waldprojekte, Wasserspeicher- und Heizsysteme. "Wir werden sicherstellen, dass Frauen Zugang zu den von uns finanzierten Technologien erhalten", betonte Duarte. Allerdings sieht der CIF für Kleinprojekte nur Mittel in einem bescheidenen Umfang vor. Mafalda Duarte forderte deshalb, die Fondsmittel für kleinere Projekte aufzustocken.
Guter Journalismus kostet
Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein
Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.
Spendenkonto
Die Schlagzeilen um 08 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Rezension
Die Übermacht der fossilen Industrie In Bonn wird auf der UN-Frühjahrstagung gerade wieder über das Klima verhandelt. Ein umweltverträglicher Kapitalismus ist jedoch nicht abzusehen. Aber auch die Kritiker tun sich schwer - ihnen fehlen die Alternativen. Eine Rezension von Felix Werdermann [mehr...]
Meinungen: Standpunkte
"Altmaier muss die Energiewende retten" Nun ist es amtlich: Der Bundespräsident hat Norbert Röttgen (CDU) entlassen und Peter Altmaier (CDU) seine Ernennungsurkunde zum Umweltminister überreicht. Dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun einen ihrer engsten Vertrauten für das Projekt Energiewende ins Rennen schickt, ist wichtig für die Kontiunität der Energiewende und für das Kräftespiel zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium, findet klimaretter.info-Herausgeber Gero Lücking. [mehr...]
Jahrestag
Das Fukushima-Dossier
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Aktion des Monats Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr] | Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende
Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Deutsche Stahlwirtschaft: Pure Panikmache
DB mobil, die Kundenzeitschrift der Bahn, ist eine honorige Publikation. Erstens beträgt ihre Auflage mehr als 500.000 Stück, nur wenige Magazine bewegen sich in diesen Größenordnungen. Zweitens ist die Zeitschrift gut gemacht. Im Maiheft geht es beispielsweise um Elektromobilität, die[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13
Facebook Empfehlungen
klimaretter.info auf Twitter
klimaretter.info Newsfeed





Kinshasa, die Hauptstadt des Kongo, leidet seit Jahren unter Stromausfällen. Die beiden Wasserkraftwerke Inga I und II bringen es derzeit gerade einmal auf eine Leistung von 300 Megawatt. Schuld daran ist, neben dem niedrigen Wasserstand des Kongo, das Missmanagement der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft SNEL. Sie lässt den Zuflusskanal der Wasserkraftwerke zunehmend verlanden.
Wiederaufforstung und Umweltbildung setzt Pablo Agbogan in Togo gegen den Klimawandel. Steigende Temperaturen und ausbleibender Regen sind
Die Erderwärmung zwingt immer mehr Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen: Bis 2050 rechnet die Internationale Organisation für Migration mit bis zu einer Milliarde Menschen, die umweltbedingt auf der Flucht sein werden. Die reichen Länder müssen ihnen besseren Schutz bieten, sagt Michael Lindenbauer, Vertreter des UN-Flüchtlingskommissariats für Deutschland
Immer öfter wird Klimawandel als Sicherheitsrisiko betrachtet. Das aber führt dazu, dass Abschottung und Hochrüstung als Lösungen betrachtet werden, sagt Angela Oels. Man solle stattdessen über Erderwärmung als Gerechtigkeitsproblem reden.
420 Millionen Euro will der Haushaltsausschuss den Entwicklungsländern für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zur Verfügung stellen. Doch nur 70 Millionen fließen zusätzlich zu bereits versprochenen Hilfen. Entwicklungsorganisationen, Grüne und SPD sind empört
Studie sieht mit Stromgestehungskosten zwischen 0,25 und 0,30 Euro je Kilowattstunde die Photovoltaik gegenüber Dieselgeneratoren im Vorteil
Solarworld baut 600 Kilowattpeak Solardachanlage zum Weltklimagipfel
Bundesregierung geht von möglicher Zunahme der stark allergenen Pflanze aus. Hoher Anteil von Asthmatikern unter Ambrosia-Allergikern
Hochwasserschutz, klimafreundliche Gebäudekühlung oder "grüne Dächer": Umweltministerium startet Wettbewerb für "Anpassungspioniere"
Der Oderpegel steht bei sechs Metern und trotzdem braucht Angela Merkel keine Gummistifel. Heißt das alles ist gut mit dem Hochwasserschutz? Diesmal vielleicht, für die Zukunft aber leider nein
Das Handelsvolumen zwischen der kommunistischen Regierung und dem ärmsten Kontinent steigt 2010 um 43,5 Prozent. Erstes Weißbuch zu den Beziehungen veröffentlicht.
In Marroko weiht das Staatsoberhaupt den - bis dato - größten Windpark Afrikas ein. Kreditanstalt für Wiederaufbau finanzierte die 165 Windräder mit Partnern
Forscher: Anzahl der Eistage halbiert sich bis 2050
Der Klimawandel zeigt sich im Nordwesten Kenias in Form langer Dürreperioden und sintflutartiger Regenfälle. Lebensmittel sind rar, das Wasser reicht kaum für die Tiere. Besonders gefährdet sind auch Schwangere
Wieviel schmeißt die Europäische Union in den Topf, um arme Länder bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen? Die EU verkündete am Donnerstag ihre Zahlen - und enttäuschte Umweltorganisationen und Entwicklungsländer. Weder war von Zusätzlichkeit der Gelder die Rede, noch davon, sie gleichmäßig zwischen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen aufzuteilen


