Kalifornien beschließt Stromspeicher-Gesetz
Im US-Bundesstaat Kalifornien werden Stromversorger verpflichtet, die Kapazität zur Speicherung von Strom auszubauen. Stromspeicher gelten als zentral für den weiteren Umstieg auf erneuerbare Energien.
Von Hanno Böck
Erstmals auf der Welt hat ein Land seine Energiekonzerne zum Bau von Stromspeichern verpflichtet. In der so genannten Assembly Bill 2514 - so die bürokratisch-offielle Bezeichnung des Stromspeicher-Gesetzes - wird die Stromversorgungsbehörde ermächtigt, den Bedarf an Speichern bis 2015 und bis 2020 zu ermitteln. Diesen Bedarf müssen die Energiekonzerne anschließend decken.

Pumpspeicherkraftwerk Wendefurth im Hartz. (Foto: Marian Szengel, Wikipedia)
Die Pläne wurden von den Republikanern in das Landesparlament eingebracht und von den oppositionellen Demokraten unterstützt. Während Umweltverbände und Gewerkschaften sich ebenfalls dafür aussprachen, wollte der Wirtschaftsverband California Chamber of Commerce das Gesetz verhindern. Kalifornien plant, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung auf 33 Prozent anzuheben.
Der Mangel an Stromspeichern gilt bislang als größtes Hinternis für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Windparks und Solaranlagen liefern sehr fluktuierenden Strom, der häufig nicht mit den Verbrauchskurven in Einklang zu bringen ist. Nur wenige erneuerbare Energieanlagen (etwa Biogasanlagen, Wasserkraft- oder Geothermiekraftwerke) können planbar verläßlich Strom liefern.

Kaliforniens Senator Schwarzenegger setzt auf Erneuerbare. (Foto: Götze)
Bislang werden zur Stromspeicherung vor allem Pumpspeicherkraftwerke eingesetzt. Dabei wird, wenn überschüssiger Strom vorhanden ist, Wasser von einem tieferliegenden Becken in ein höherliegendes gepumpt. Ist Strom knapp, wird das Wasser wieder nach unten durch eine Turbine geleitet. Moderne Pumpspeicher erreichen Wirkungsgrade bis zu 80 Prozent. Allerdings ist der Ausbau durch die geologischen Bedingungen begrenzt. Weiterhin sprechen oft Naturschutzbedenken gegen den Bau der Speicher, weil sie stets einen starken Eingriff in die Landschaft bedeuten.
Verschiedene weitere Technologien befinden sich zur Zeit in der Erprobungsphase. Eine Möglichkeit, Strom zu speichern, bietet die Technologie der Druckluftspeicher. In unterirdischen Hohlräume, etwa in alten Gaskavernen, wird Luft mit großem Druck gepreßt. Bei Strombedarf werden diese Hohlräume geöffnet, die Luft entweicht und treibt dabei Turbinen an und erzeugt so wieder Strom.
In Deutschland existiert zur Zeit ein solches Kraftwerk in Huntdorf nahe Oldenburg. Es wurde 1978 in Betrieb genommen und wird von Eon betrieben. Verschiedene Projekte sind gerade in den Startlöchern, um die Technologie der Druckluftspeicher zu verbessern. Auch in Kalifornien plant der Energieversorger PG&E ein solches Kraftwerk.

Das Eon-Druckluftspeicherkraftwerk Huntorf bei Oldenburg. (Foto: Gero Vögel, Wikipedia)
Einen ganz anderen Ansatz zur Stromspeicherung verfolgt die Firma Solar Fuel aus Stuttgart: das Startup-Unternehmen nutzt das Erdgasnetz als Speicher. In einer Pilotanlage wird aus Wasser und Kohlendioxid, das aus der Luft entnommen wird, Methan hergestellt. Nebenprodukt ist Sauerstoff.
Der Clou an dieser Methode: Das Bio-Methan kann ins normale Gasnetz eingespeist werden. Wird später viel Strom gebraucht, kann das Gas wieder über ein Gaskraftwerk in Strom und Wärme verwandelt werden. Die Anlage erreicht zwar nur einen Wirkungsgrad von 40 Prozent, allerdings ist Gas ein sehr flexibel einsetzbarer Energieträger.
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