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Klimaschutzbericht der USA geleakt

Ein umfangreicher Bericht US-amerikanischer Wissenschaftler warnt vor den Konsequenzen des Klimawandels. Bislang hat die Regierung den Report nicht offiziell bestätigt. Zentrale Aussagen stehen im Widerspruch zu Behauptungen von Kabinettsmitgliedern der Regierung Trump, die damit unter Druck gerät.

Von Sandra Kirchner

Zitieren oder verteilen nicht erlaubt. Das steht auf jeder einzelnen Seite des klimawissenschaftlichen Sonderberichts, an dem Wissenschaftler der National Academy of Sciences der USA sowie von 13 US-Bundesbehörden mitgewirkt haben. Der Inhalt ist höchst brisant, weil er im Gegensatz zu Aussagen von Präsident Donald Trump und seinen Kabinettsmitgliedern steht und auch nicht offiziell von der Trump-Adminstration gebilligt ist.

BildTrump wirbt für "saubere Kohle", das soll den wirtschaftlichen Aufschwung bringen. (Foto: Tom Grabmeyer/​Flickr)

Die Durchschnittstemperaturen in den USA haben dem Bericht zufolge seit 1980 stark zugenommen. Die vergangenen Jahrzehnte seien die heißesten seit 1.500 Jahren gewesen. 15 der vergangenen 16 Jahre seien die heißesten Jahre, die je gemessen wurden.

"Der Bericht zeigt, dass die USA schon heute massiv vom Klimawandel betroffen sind", sagt Lutz Weischer, Leiter für internationale Klimapolitik bei der Umweltorganisation Germanwatch. Auch republikanische Bürgermeister in den USA würden in den Regionen bereits über klimabedingte Erosion oder den Anstieg des Meeresspiegels berichten. "Das passt aber nicht zum Narrativ der Republikaner auf nationaler Ebene", so Weischer gegenüber klimaretter.info.

Möglicherweise ist deshalb das über 500 Seiten starke Dokument nun an die Presse durchgestochen worden. Donald Trump macht gerade Urlaub in seinem Golfclub in New Jersey. Wie die New York Times berichtet, fürchten etliche der Forscher, dass der Report gestoppt oder zensiert werden könnte. "Die US-amerikanischen Wissenschaftler sind besorgt", sagt Weischer. In jüngster Vergangenheit wurde Wissenschaftlern die Finanzierung gestrichen, Inhalte von Webseiten wurden gelöscht und wissenschaftliche Positionen mit Industrielobbyisten besetzt.

Qua Gesetz ist die Regierung der USA verpflichtet, alle vier Jahre einen Klimaschutzbericht vorzulegen. Der Bericht fußt auf einer breiten Datenbasis. Die Autoren schreiben, dass zehntausende Wissenschaftler in tausenden Studien die Klimaveränderungen an Land und in der Atmosphäre dokumentiert haben. Es sei sehr wahrscheinlich, dass über die Hälfte des globalen Temperaturanstiegs seit 1951 auf menschlichen Einfluss zurückzuführen ist.

Drastischer Temperaturanstieg in den USA

Die Aussage steht im direkten Widerspruch zu Behauptungen von Mitgliedern der Trump-Regierung. So hatte Scott Pruitt, den Trump zum Chef der nationalen Umweltbehörde EPA gemacht hat, bei seiner Anhörung im Senat gesagt, dass der Klimawandel zwar existiere, aber der Anteil des Menschen daran erst noch untersucht werden müsse. Auch Donald Trump hatte mehrfach behauptet, dass der Einfluss des Menschen auf das Klima ungewiss sei.

Die Wissenschaftler rechnen laut ihrem Bericht mit drastischen Auswirkungen der steigenden Erdtemperaturen auf die USA. Selbst wenn die Menschheit ab sofort keinen Treibhausgas-Ausstoß mehr verursachen würde, werden die Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts noch um 0,3 Grad Celsius im Vergleich zu heute steigen. Dass dieses Szenario extrem unwahrscheinlich ist, war natürlich auch den Wissenschaftlern klar. "Entscheidungen, die heute getroffen werden, bestimmen das Ausmaß der Klimarisiken jenseits der nächsten Jahrzehnte", mahnen die Autoren. Für die USA prognostizieren sie: Abhängig von der Höhe der zukünftigen Emissionen werden die Temperaturen bis zum Jahr 2100 um 2,8 bis 4,8 Grad ansteigen.

BildSchon heute sind die Auswirkungen des Klimawandels in den USA spürbar. (Foto: The Nature Conservancy)

Aus dem Weißen Haus gibt es bislang keine Reaktion, die Regierung hält an dem klimaskeptischen Kurs fest. Am vergangenen Freitag hatte das US-Außenministerium die Vereinten Nationen offiziell darüber informiert, dass die USA aus dem Pariser Weltklimaabkommen austreten werden. Durch Innovationen und Technologien wolle man die Treibhausgasemissionen weiter reduzieren und mit anderen Ländern zusammenarbeiten, um die fossilen Brennstoffe "sauberer" und effizienter zu nutzen.

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