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"Man hofft natürlich immer ..."

Das liberale Hickhack bei der Energiewende ist für Horst Meierhofer nur ein Grund unter vielen für den Misserfolg seiner Partei. Der FDP-Politiker leitete die Arbeitsgruppe Energie der Liberalen im Bundestag und war stellvertretender Vorsitzender des Umweltausschusses. Er sitzt im Beirat der Bundesnetzagentur und war Mitglied der Wachstums-Enquete.

 
klimaretter.info: Herr Meierhofer, man hat den Eindruck, dass sich die FDP in einer Schockstarre befindet. So, als ob Ihre Partei nicht mit diesem Ergebnis gerechnet hätte.

Horst Meierhofer: Ja, man hofft natürlich immer ... Es sah so aus, als ob die Stimmen reichen. Aber dass es knapp wird, war klar.

Warum hat die FDP so stark verloren?

Das war schon im guten Wahlergebnis von 2009 begründet. Danach konnte die Partei ihre Versprechen nur zum kleinen Teil einlösen. Das kostet Vertrauen. Eine Kernursache war auch eine starke Angela Merkel, die ziemlich hart war und wo es die FDP schwer hatte, ihre Leistungen herauszustellen. Ein dritter Grund war die Eurokrise und die daraus entstehende AfD. Sie hat Protestwähler angezogen, aber auch unsere Klientel angesprochen.

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Jetzt nur noch ohne sie. (Foto: Verena Kern)

Die Energiewende und deren Ablehnung durch Ihre Partei hat keine Rolle gespielt?

Alles hat eine Rolle gespielt: dass wir das Entwicklungshilfeministerium übernommen haben, dass wir die Mehrwertsteuer für Hotels gesenkt haben – obwohl das die CSU mit genauso viel Verve betrieben hat – und auch das Hü und Hott in der Energiepolitik. Das hat auch zu Verunsicherungen geführt.

Interview: Susanne Ehlerding

[Erklärung]  
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