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Die Republikaner und die Klimawissenschaften

Fast alle Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner lehnen die Erkenntnisse der Klimawissenschaften ab. Der aktuelle Favorit – Mitt Romney – hatte sich in der Vergangenheit äußerst widersprüchlich geäußert.

Von Hanno Böck

In den USA beginnt die heiße Phase der Vorwahlen für die US-Präsidentschaft. Während für die Demokraten klar ist, dass Barack Obama wieder ins Rennen zieht, stehen bei den Republikanern eine ganze Reihe von Kandidaten bereit. Bei den ersten Vorwahlen in Iowa siegte Mitt Romney. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts hatte zuletzt mit widersprüchlichen Äußerungen zum Klimawandel für Verwirrung gesorgt.


Mitt Romney – "Flip-Flopping" beim Klimawandel und bei anderen Themen. (Foto: Gage Skidmore, Wikimedia Commons)

 
 

Noch im Juni vergangenen Jahres war von Romney ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz zu vernehmen. "Ich denke dass die Welt wärmer wird und ich denke dass Menschen dazu beigetragen haben", erklärte er bei einer Veranstaltung in Manchester, New Hampshire, nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters. "Es ist wichtig für uns, unsere Emissionen von Schadstoffen und Treibhausgasen zu reduzieren, die einen signifikanten Anteil daran haben." Doch so eindeutig dieses Statement war, so deutlich widersprach er dieser Position wenige Monate später im Oktober: "Meine Ansicht ist, dass wir nicht wissen, was den Klimawandel auf diesem Planeten verursacht. Und die Idee, Milliarden über Milliarden von Dollars zu investieren, um zu versuchen, Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren, ist nicht der richtige Weg für uns."

Der Vorwurf, Romney wechsle seine Position je nach Stimmungslage, schallte ihm schon öfters entgegen. Ob beim Irak-Krieg, beim Bankenrettungspaket oder bei der Abtreibungsfrage – Romney gegen Romney heißt eine Satirewebseite in den USA, viele Youtube-Videos werfen Mitt Romney "Flip-Flopping" seiner Positionen vor.

 
Newt Gingrich bezeichnet diesen Werbespot als seinen größten Fehler.

Uneindeutigkeit kann man Romneys aussichtsreichstem Gegner innerhalb der Republikaner – Rick Santorum – nicht vorwerfen. Santorum hält die Idee des Klimawandels für eine "liberale Verschwörung". Auch in anderen Fragen gilt Santorum als Gegner wissenschaftlicher Erkenntnisse – etwa bei der Frage der Evolutionstheorie. Santorum wird zur Zeit von vielen Anhängern der rechtskonservativen Tea Party-Bewegung favorisiert, da deren eigene Kandidatin Michele Bachmann – ebenfalls eine knallharte Klimaskeptikerin – kaum noch Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur hat.

Auch die übrigen Kandidaten der US-Republikaner lassen für den Klimaschutz wenig Hoffnung aufkommen. Der drittplazierte Ron Paul bezeichnete in der Vergangenheit die Klimawissenschaften als Schwindel, der Governeur von Texas, Rick Perry, äußerte sich ähnlich und warf Klimawissenschaftlern vor, Daten manipuliert zu haben, um ihre Forschungsfinanzierung zu sichern. Der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses Newt Gingrich war vor Jahren in einem Werbespot für Klimaschutz eingetreten, bezeichnet dies allerdings heute als größten Fehler seiner politischen Karriere.


Auch Obama ist nicht der Liebling der Umweltbewegung – die Demonstranten gegen Keystone XL erinnern ihn an seine Wahlversprechen. (Foto: Tar Sands Action)

Deutliche Kritik an der Wissenschaftsfeindlichkeit seiner Partei hatte in der Vergangenheit Jon Huntsman, ehemaliger US-Botschafter in China, geübt. "Das ist eine Frage, die von der Wissenschaft beantwortet werden soll. Ich bin kein Meteorologe. Alles, was ich weiß, ist, dass 90 Prozent der Wissenschaftler sagen, dass der Klimawandel stattfindet." Doch auch Huntsman versuchte zuletzt, seine Position zu revidieren.

Die meisten US-Umweltschützer werden in den bevorstehenden Wahlen wohl Barack Obama unterstützen. Zwar enttäuschte dieser viele seiner Anhänger durch die Genehmigung von Ölförderungen in der Arktis, die Aufgabe der Pläne für ein Klimagesetz und die bremsende Rolle der USA bei den internaitonalen Klimaverhandlungen. Doch zuletzt konnte Obama manche Sympathien zurückgewinnen, als er die Entscheidung für die Teersand-Pipeline Keystone XL zumindest aufschob. Die grüne Partei schickt mit Kent Mesplay einen eigenen, chancenlosen Kandidaten ins Rennen.


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