Kanada verlässt Kyoto-Protokoll
Kanada steigt aus dem Kyoto-Protokoll aus. Ein Klimaschutzabkommen ohne China und die USA mache keinen Sinn, so die kanadische Regierung. Das Land hatte schon in der Vergangenheit seine im Kyoto-Protokoll versprochenen Klimaschutzziele nicht eingehalten.
Es war schon vermutet worden, nun ist es offiziell: Kanada verlässt das Kyoto-Protokoll. Das gab Umweltminister Peter Kent bekannt. Schon bislang hat sich der nordamerikanische Ölstaat wenig um die Vereinbarung gekümmert. Kanada hatte sich im Kyoto-Protokoll zur Reduktion seiner Treibhausgase um sechs Prozent im Vergleich zu 1990 verpflichtet, stattdessen stiegen die Emissionen im vereinbarten Zeitraum um 35 Prozent an.

Die Ölindustrie ist in Kanada ein wichtiger Wirtschaftsfaktor - hier eine Raffinerie in Montreal. (Foto: Fredoues, Wikimedia Commons)
Als offiziellen Grund gab Kent an, nur ein Klimaprotokoll mit den größten Treibhausgasemittenten - den USA und China - mache Sinn, daher ziehe man sich zurück. Kanada werde sich zukünftig eigene Klimaschutzziele setzen - bis 2020 sollen diese um 20 Prozent gesenkt werden. Im Vergleich zu 1990 wäre das immer noch eine Erhöhung.
Kent erklärt, sein Land wäre garnicht in der Lage, die bislang vereinbarten Ziele zu erreichen. Dazu müsse man, so der Minister, sämtliche Fahrzeuge von der Straße nehmen oder die Landwirtschaft stilllegen.
Kanada wird zur Zeit von einer konservativen Regierung unter Stephen Harper regiert. Das Kyoto-Protokoll hatte die liberale Vorgängerregierung unterzeichnet. Für die steigenden Emissionen ist vor allem Kanadas Ölindustrie verantwortlich. Kanada besitzt - nach Saudi Arabien und Venezuela - die drittgrößten Ölreserven der Welt. Vor allem der Abbau sogenannter Teersande steht in der Kritik, da das dort gewonnene Öl schon bei der Förderung und Aufbereitung große Mengen Treibhausgase verursacht.
klimaretter.info/hb
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