Rundbrief 01/08
2008-01-31 08:18:59
Liebe KlimaretterInnen,
Ende Januar darf man vielleicht noch Neujahrswünsche verschicken,
deshalb vorweg: Alles Gute für 2008!!
Inhalt:
1. Unser neues Projekt: Der Klima-Lügendetektor
2. Aktion des Monats - Nein zum neuen Kohlekraftwerk in Mainz
3. Aufruf: Adressen für die Klimaretter-Vernetzungsplattform
4. Nachrichten
1. Der Klima-Lügendetektor
Haben Sie sich auch schon darüber geärgert, dass immer mehr Unternehmen
sich als Klimaschützer
präsentieren - obwohl sie mit ihren alltäglichen Geschäften das
Gegenteil sind? Dass Politiker ungeniert die Argumente von
Industrie-Lobbyisten nachplappern? Dass viele Medien offensichtlich
nicht einmal mehr versuchen, Klimaschutz-Versprechen und -Wirklichkeit
zu vergleichen? Wir auch. Und deshalb starten wir-klimaretter.de
zusammen mit Kollegen vom Greenpeace-Magazin den "Klima-Lügendetektor".
Ab Februar werden wir unter www.klima-luegendetektor.de in einem
aktuellen Blog Unternehmen, Politikern und Lobbyisten auf die Finger
schauen.
Im Englischen gibt es ein hübsches Wort für das Phänomen:
"Greenwashing". Laut Wikipedia ist es "eine PR-Methode, die einige
Unternehmen nutzen, um in der
Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsvolles Image zu
erzeugen". Zusammengesetzt aus "green" für "grün" und "wash" wie
"Waschen" im Sinne von Geldwäsche oder "sich reinwaschen". Die beste
deutsche Übersetzung, die wir gefunden haben, lautet "Grünfärberei".
"Hierbei werden", so Wikipedia weiter, "die Techniken der
Öffentlichkeitsarbeit, der Rhetorik und der Manipulation benutzt, um
einer Firmengeschichte eine reine Weste zu verpassen."
Seit alle Welt über die Erderwärmung redet, erlebt Grünfärberei eine Renaissance. Denn kaum ein Unternehmen - oder Lobbyist oder Politiker - wagt es heute noch, den Klimawandel (und die Schuld des Menschen daran) rundheraus zu leugnen. Kaum jemand traut sich, die Notwendigkeit von Klimaschutz anzuzweifeln. In einer solchen Situation ist es die wohl erfolgreichste Strategie, das Thema selbst zu besetzen. Also das eigene Unternehmen - oder die eigene Partei - als klima-engagiert darzustellen. Eigene Aktivitäten, seien sie auch noch so klein oder symbolisch, werden groß herausgestellt. Oder Begriffe wie "co2-frei" besetzt und umgedeutet.
Es sind nur selten glatte
Lügen, mit denen heutzutage
Grünfärberei betrieben wird - viel öfter werden
Informationen verdreht, weggelassen oder in irreführende Zusammenhänge
gestellt. Man schaltet bunte Anzeigen. Schmückt sich mit Stars.
Schreibt Preise mit
wohlklingenden Namen aus. Wir werden künftig nachrecherchieren, wenn an
einer Werbeannonce, einer
Presseerklärung oder einem Politikerstatement irgendetwas fragwürdig
erscheint.
Starttermin für
www.klima-luegendetektor.de ist Mitte Februar. Aber schon jetzt rufen
wir Sie zur Unterstützung auf. Wenn Ihnen also etwas Verdächtiges
auffällt, schicken Sie uns bitte einen Hinweis! Und gern auch Ihre
Vermutung - oder Ihr Wissen - über das, was daran nicht stimmt:
hinweis@klima-luegendetektor.de
2. Aktion des Monats: Nein zum neuen Kohlekraftwerk in Mainz
Sie erinnern sich vielleicht, Ende letzten Jahres riefen wir dazu auf, gegen das geplante Kohlekraftwerk Lubmin in Vorpommern zu protestieren. Auch dank unserer Unterstützung konnten die dortigen Bürgerinitiativen mehr als 1.400 Einwendungen sammeln, die ins Genehmigungsverfahren eingebracht wurden. Im Februar soll übrigens ein Bürgerbegehren gegen das Projekt in Lubmin starten.
Parallel dazu gehen bundesweit an anderen Standorten die Planungen weiter. So am Rheinufer zwischen Mainz und Wiesbaden, wo bis 2012 ein neues Kohlekraftwerk entstehen soll. Etwa vier Millionen Tonnen Kohlendioxid wird es pro Jahr ausstoßen - mehr als ganz Wiesbaden heute verursacht. Für den regionalen Bedarf ist das Kraftwerk viel zu groß, und auch nur ein kleiner Teil der anfallenden Abwärme kann genutzt werden. Mehrere Bürgerinitiativen kämpfen gegen das Projekt, mehr als 180 Ärzte haben eine Protestresolution unterzeichnet. Bis zum 15. Februar läuft nun die Frist für offizielle Einwendungen gegen die co2-Schleuder. Daran kann sich jeder beteiligen, egal wo er wohnt. Und weil die lokalen Bürgerinitiativen schon entsprechende Schreiben vorbereitet haben, dauert es nur ein paar Minuten. Machen Sie mit! Klicken Sie hier...
3. Klimaretter in jeder Stadt
Kennen Sie das Gefühl: Sie wollen was fürs Klima tun (und zwar mehr als ein paar Energiesparlampen zu kaufen), aber Sie wissen nicht, wie? Und vor allem nicht mit wem? Dagegen haben wir etwas: Auf unserer Klimaretter-Homepage wird in den kommenden Wochen eine Plattform entstehen, auf der sich Klimaschutz-Initiativen und am -Interessierte bundesweit vernetzen können. Auf einer Landkarte und in einer Datenbank kann dann jede und jeder Gleichgesinnte in seiner Nähe finden. Oder auch bundesweit nach thematisch passenden Initiativen und Organisationen suchen. Umgekehrt bekommen Gruppen die Möglichkeit, sich unserer Datenbank einzutragen, um neue Mitstreiter zu gewinnen.
Schon vor dem Start des Klimaretter-Atlas' sammeln wir Adressen. Wenn Sie also Mitglied einer Gruppe sind oder eine gründen wollen, schicken Sie uns eine Mail mit den Daten. Uns ist es übrigens egal, ob es eine Bürgerinitiative ist oder der Ortsverein einer Partei, der auf lokaler Ebene mehr Klimaschutz erreichen will. Ob es Regionalgruppen von BUND, Greenpeace, Nabu, Robin Wood oder anderen Organisationen sind (sie sollten nur wirklich zum Klimathema aktiv sein, damit Interessenten nicht mit falschen Erwartungen zur ersten Versammlung kommen).
Oder gründen Sie doch selbst einen lockeren Klimaretter-Stammtisch, eine Jugend-Aktionsgruppe, die loszieht und zum Beispiel Protestzettel hinter die Scheibenwischer von Spritfresser-Autos klemmt. Eine Mail an redaktion@wir-klimaretter.de genügt, wir machen die Gruppe bekannt - und Sie sind Teil der bundesweiten Klimaretter-Community.
4. Nachrichten
Täglich
aktualisierte Meldungen zum Thema Klimaschutz finden Sie auf
www.wir-klimaretter.de
- hier eine Auswahl aus dem Januar:
Mehrheit von 87 Prozent lehnten in einem Bürgerentscheid die Teilprivatisierung an die Gaz de France ab - Beteiligung höher als bei der letzten Kommunalwahl
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Molchwanderung jetzt schon im Januar
Die ungewöhnlich milden Temperaturen schrecken bereits die ersten Kröten, Frösche, Lurche und Molche aus dem Winterschlaf
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Klimawandel lässt Spanien um seine Strände bangen
Meer bereits um acht Zentimeter gestiegen / UNO warnt auch weltweit vor Zunahmen von Fluten: "Malaria könnte nach Europa zurückkehren"
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Barroso fordert von Merkel mehr Klimataten
Chef der EU-Kommission: "Wir können nicht nur allgemein von Klimaschutz reden und dann protestieren, wenn es um die Umsetzung geht"
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Frachter werden wieder zu Segelschiffen
Lenkdrachen-System der Hamburger Firma SkySails geht auf Jungfernfahrt / Treibstoffverbrauch von Schiffen soll um ein Drittel sinken
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Zweifel an Biosprit werden immer größer
Londoner Royal Society warnt: Bei der Produktion alternativer Kraftstoffe entsteht oft mehr co2 als sie einsparen / Kritische Töne auch aus EU und CSU
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Solarbranche schuf 2007 10.000 neue Jobs
Gesamtumsatz der Branche stieg um ein Viertel auf jetzt 5,5 Milliarden
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Zeltcamp am Tagebau Garzweiler II geräumt
Polizei beendet zehntägige Besetzung / BUND-Aktivisten wollten so
Enteignung einer Obstwiese verhindern, die dem Braunkohleabbau im Weg
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Rückschlag für unterirdische co2-Speicherung
Norwegen gibt zwei Pilotprojekte auf, auf die auch deutsche
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Kritik an "Mogelpackungen" bei Ökostrom
Viele Anbieter etikettieren mit preiswerten Zertifikaten konventionelle
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"Allianz Pro Schiene" veröffentlicht Studie der Regierung: Anstieg des
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Air-Berlin-Chef Hunold ist "Dino des Jahres" 2007
Negativ-Preis des Naturschutzbundes für "Ignoranz gegenüber nötigen
Klimaschutzmaßnahmen"
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Wie grün sind die Stromkonzerne?
Werden E.on, RWE, Vattenfall & Co.
wirklich zu Klimaschützern? Ein - skeptischer - Gastbeitrag von Bärbel
Höhn (Bündnis 90/Die Grünen)
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Die Schlagzeilen um 23 Uhr
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Meinungen: Etscheits Alltagsstress
Danke, lieber Fritz Vahrenholt! Energiekonzerne können bohren, fracken und teersanden so viel sie wollen, ohne dass ihnen linksradikale Umweltschützer noch in die ölige Suppe spucken können. Alles wird gut. Vielen Dank, liebe Sonne! Vielen Dank, Fritz Vahrenholt! [mehr...]
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Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, Bundeskanzlerin Angela Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Hamburger Mucken auf. Neuer Schmelzrekord in der Aktis, neuer Emissionsrekord in der Atmosphäre und so viel Flugpassagiere wie noch nie - der Jahresrückblick 2011. [mehr]
Aktion des Monats In den USA formieren sich Lobbyisten nachdem US-Behörden dem Gitarrenbauer Gibson die Einfuhr von illegalen Tropenhölzern nachweisen konnten. Vorn dabei: Die rechtskonservative Tea Party. Gemeinsam wollen diese das Lacey-Gesetz, dass den Import der Tropenhölzer für illegal erklärt, kippen. [mehr] | Durban 2011 Was war die 17. UN-Klimakonferenz - eine weitere Pleite der Diplomatie oder der Startschuss für das bitter nötige globale Klimaabkommen? Alle Berichte unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Südafrika können Sie im Durban-Dossier nachlesen. [mehr] |
Neue Klimaretter-Serie
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Diesmal soll sie gelingen, die Energiewende. Die schwarz-gelbe Regierung hat dafür umfangreiche Gesetze verabschiedet - oft mit Stimmen der Opposition. In einer Serie analysiert klimaretter.info, was drin steht in den Gesetzen. Und was von ihnen zu halten ist.
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | In eigener Sache Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann unterstützen Sie uns, denn unabhängiger Journalismus kostet Geld. Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Bild & Vahrenholt: Die Lüge von der CO2-Lüge
Der Chef des Springer-Verlags, Matthias Döpfner, hat vor Jahren mal über sein Boulevardblatt Bild gesagt: „Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“ Das betrifft offenbar nicht nur Promis, sondern auch[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
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Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
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Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
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Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
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Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
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Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13




