Rundbrief 02/09
2009-02-13 19:27:21
Liebe KlimaretterIn,
wir freuen uns, einige Neuerungen bekanntgeben zu können: Ab sofort gibt es im Internet-Magazin Wir-Klimaretter.de eine neue Rubrik „Leute“. Hier finden Sie ab sofort die Klimaretter-Kolumnisten und sämtliche Blogs, die es bei den Klimaretter gab und geben wird. Stimmt: „Leute“ klingt so ein bisschen nach Blättchen wie Gala oder Bunte, mit denen wir natürlich nichts zu tun haben wollen. Aber für die Menschen hinter der Politik, den Protesten, der Wissenschaft, der Wirtschaft - für andere Klimaretter interessieren sich auch die Klimaretter, wie wir an vielen Reaktionen von Leserinnen und Lesern gemerkt haben. So gibt es künftig also Kolumnen von Staatssekretären und Künstlern, Blogs von Klima-Campern und anderen Campaignern. Der Rubrikentitel "Leute" ist Ihnen trotzdem zu blöd? Oder haben Sie vielleicht eine bessere Idee? Dann schreiben Sie uns bitte.
Jedenfalls kann unser neu gestaltetes Ressort „Meinungen“ nun klarer und strukturierter politische Standpunkte abbilden und in kontroverse Diskussionen eingreifen. In Kürze starten wir dort eine Debatte zum „Green New Deal“. Außerdem
finden Sie unter "Meinungen" bald auch Buchrezensionen. Für Tipps und Anregungen und auch für Manuskriptvorschläge sind wir jederzeit
dankbar!
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Hier die Themen des Februar-Rundbriefes:
1.
Rückschlag: Das vielleicht wichtigste Volksbegehren des Jahrzehnts ist
gescheitert
2. Gegenschlag: Auf Staudinger und in Brunsbüttel
laufen die Genehmigungsverfahren
3. Brückenschlag: Solarstrom aus
der Sahara
4. Blickerweiterung: Das Kulturfestival Transmediale
befasste sich mit dem Klimawandel
5. Qualitätserweiterung: Die
Klimaretter werden belohnt
6. Kapazitätserweiterung: Wie viel
Grünstrom sollen in zehn Jahren im Netz sein?
7. Aktionen des
Monats hinter der Aktion des Monats: Regenwald retten
8. Die
letzten Neuigkeiten
Anregende Lektüre wünscht
die Redaktion!
1. Rückschlag: Das vielleicht wichtigste Volksbegehren des Jahrzehnts ist gescheitert
Das Volksbegehren "Keine neuen Tagebaue" in Brandenburg ist gescheitert. Innerhalb von vier Monaten haben nur 25.168 Brandenburger unterschrieben. 80.000 Stimmen wären notwendig gewesen, um einen Getzesentwurf zum mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung in der Lausitz vor den Landtag zu bringen mehr... Die Leute vom Volksbegehren haben viel versucht. Nach der erfolgreichen Kohlosaurustour im Sommer durch Westdeutschland schickten sie das Symbol für steinzeitliche Energietechnologie nun durchs Brandenburger Land mehr... . Half alles nichts: 33 Dörfer sind vom jetzt Bagger bedroht
2. Gegenschlag: Auf Staudinger und in Brunsbüttel laufen die Genehmigungsverfahren - und auch in Düsseldorf eine Mailaktion
Dies sollte Klimaretter aber nicht entmutigen: Noch bis zum 16. Februar laufen die Einwendungsfristen zum immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren an den geplanten Kraftwerksstandorten Brunsbüttel und Staudinger. Und Sie - ja, SIE! - können sich beteiligen, ganz bequem, es braucht nur wenige Klicks - auf die Kampagnenseite der Klima-Allianz zum hessischen Staudinger oder zu jener gegen das Brunsbütteler Electrabel-Projekt. Auch ist das Sammeln von Unterschriften für Listeneinwendungen möglich, um politischen Druck auszuüben und der Genehmigungsbehörde zu zeigen, wie stark das Vorhaben abgelehnt wird. Die Mainzer, Lubminer und Mannheimer haben es mit viel Erfolg vorgemacht, wie zehntausende Einwendungen die politische Konstellation vor Ort beeinflussen können.
In Düsseldorf hat sich gerade der Stadtrat einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Stadtwerke die Pläne für ein vor Ort geplantes Stadtwerk aufgeben. Blöd nur, dass längst EnBW Mehrheitseigner der Stadtwerke ist. Der BUND und örtliche Initiativen haben nun im Vorfeld der nächsten Aufsichtsrat eine Protestkampagne gestartet. Auch hier können Sie mitmachen.
Und wem das noch nicht reicht, der kann am kommenden Samstag gegen den geplanten Bau von drei Kohlekraftwerken im norddeutschen Brunsbüttel demonstrieren weiter …
3. Brückenschlag: Solarstrom aus der Sahara
Kohlekraftwerke? Wozu denn? „Wir brauchen nur noch verlustärmere Leitungs-Technologien" sagt Günter Gloser (SPD), Staatsminister im Auswärtigen Amt im Klimaretter-Interview. Es geht um Solarstrom aus der Sahara, der künftig nicht nur Nordafrika, sondern auch Europa versorgen soll. Es geht um das sogenannte TREC-Projekt: Visionäre errechneten, dass auf nur einem Bruchreil der Wüstenfläche problemlos gleich beide Kontinente mit billigem, sauberem Sonnenstrom versorgt werden könnten. Jetzt soll es tatsächlich losgehen. Gloser erklärt, dass es Dank der Mittelmeerunion von EU und nordafrikanischen Staaten möglich sei, dieses Zukunftsprojekt zu realisieren. Warum deutsche Außenpolitik sich neuerdings mit erneuerbarer Energie befasst - lesen Sie hier.
4. Blickerweiterung: Das Kulturfestival Transmediale befasste sich mit dem Klimawandel
Das Berliner Kulturfestival stand in diesem Jahr unter dem Titel "Deep North". Mit unzähligen Videoperformances und eigenwilligen Kunstinstallationen öffneten die Veranstalter neue Perspektiven auf ein Thema, das zwar in aller Munde aber längst noch nicht allen Köpfen ist. mehr … Einer der das ändern will, ist Hermann Josef Hack. Der Aktionskünstler aus dem Rheinland erklärte den Pariser Platz am Brandenburger Tor in Berlin kurzzeitig und kurzerhand zum Klimaflüchtlingslager mehr … Der Klimawandel ist in der herrschenden Kunstszene längst noch nicht angekommen. Dabei ist er die größte Kulturrevolution aller Zeiten. Und weil sich Hack gern und intensiv vom Internetmagazin wir-klimaretter.de inspirieren und informieren lässt, stieg er gleich mit ein: Hacks Pinselstrich, heißt seine Kolumne. Das Besondere: Hermann Josef Hack schreibt nicht nur ab sofort regelmäßig, er schenkt den Klimarettern auch immer ein für die Kolumne entworfenes Bild dazu.
5. Qualitätserweiterung: Die Klimaretter werden belohnt
Im Dezember war das Klimaretter-Magazin im Dezember mit dem Medienpreis der Deutschen Umwelthilfe ausgezeichnet worden. Leider war der Preis undotiert. Deshalb fragten wir Sie kurz vor Weihnachten, wie viel Ihnen unser Online-Magazin wert ist. Und tatsächlich gingen danach auf unserem Konto Zahlungen ein - unter anderem mit dem expliziten Verwendungszweck „Lob für guten Journalismus“. Sie haben uns mit kleinen (hoffentlich regelmäßigen) Beträgen beschenkt - was uns zum Weitermachen anstachelt und diverse, dringend nötige Investitionen ermöglicht. Herzlichen Dank! Und machen Sie bitte auch weiter so!!
Unser Konto: 4001 988 102 bei der GLS Bank Bochum (BLZ 430 60 967)
6. Kapazitätserweiterung: Wie viel Grünstrom sollen in zehn Jahren im Netz sein?
Das war ein Paukenschlag: Windmüller, Solarstromer, Biomühlenbetreiber oder Hackschnitzelverstromer erklärten in ihrer Ausbauprognose, binnen zehn Jahren 47 Prozent des hierzulande benötigten Stromes produzieren zu wollen. „Das Ende der Kohlekraft-Nation“ überschrieben wir Ende Januar unseren Text zum Thema. Traurigerweise glaubt das zuweilen ambitionierte Bundesumweltministerium nicht an solch einen Boom: In seiner „Roadmap Energie 2020“ sind nur „mindestens 30 Prozent“ erneuerbare festgeschrieben. Deshalb steht zu befürchten, dass viele Kohlekonzerne tatsächlich an ihren Kraftwerksprojekten festhalten – und damit das Netz mit Kohlestrom gegen den rasanten Ausbau der Erneuerbaren verstopfen weiterlesen...
7. Aktionen des Monats hinter der Aktion des Monats: Regenwald retten
"be clean, be green, be Berlin“ ist die Klimaretter-Aktion des Monats Februar. Der schwedische Energiekonzern Vattenfall plant hinter verschlossenen Türen ein neues Kohlekraftwerk im Berliner Bezirk Lichtenberg - wogegen in Mails an Bürgermeister Klaus Wowereit protestiert wird. Weil bei allen lokalen Kämpfen der Blick über die Grenze nicht zu kurz kommen darf, hier ein Hinweis auf eine Aktion von „Rettet den Regenwald“: I m Amazonas-Regenwald an der Grenze von Peru und Ecuador plant die französische Ölfirma Perenco nach Erdöl zu bohren. Bedroht sind dadurch die Jagd- und Lebensgebiete der Indigenen. "Rettet den Regenwald" hat deshalb eine Unterschriften-Aktion gestartet, um beim peruanischen Präsidenten und weiteren Volksvertretern Druck aufzubauen mehr...
8. Aktuelle Nachrichten und Meinungen
Täglich aktuelle Meldungen finden Sie auf www.wir-klimaretter.de - hier eine kleine Auswahl von wichtigen Texten aus den letzten Wochen:
Börsianer im Visier der britischen Klima-Camper
Der Europäische Emissionshandel soll beim diesjährigen Klimacamp im Fokus der Aktivisten stehen - geplant sind Proteste im Londoner Zentrum weiter …
Griechenland setzt auf erneuerbare Energien
Entwicklungsminister Hodzitkis hat neuen Kohlekraftwerken und der Atomkraft eine Absage erteilt: Der WWF sieht Griechenland auf dem richtigen Weg weiter …
Flugindustrie will weltweiten Zertifikatehandel
Vier große Fluggesellschaften haben die Einbeziehung der Luftfahrt in das Post-Kyoto-Protokoll gefordert. Einzeln vorangehen wollen die Ideengeber aber nicht weiter …
"Eure Lügen bleiben drin!"
Als sich in diesem Jahr der Lobbyclub Deutsches Atomforum in Berlin traf, da war die Antiatombewegung zur Stelle: 1.500 Menschen demonstrierten gegen das "strahlende Geschäft" weiter …
Eine Tonnen Kohlendioxid für 11,85 Euro
Die Preise für CO2-Zertifikate sind in den letzten Monaten stark gefallen, wodurch Klimaschutz weniger rentabel wird. Ein Grund: Manche Unternehmen verkaufen die kostenlos zugeteilten Zertifikate in Zeiten der Finanzkrise, um sich kurzfristig Liquidität zu verschaffen weiter …
Wenn Nemo nichts mehr riechen kann...
Übersäuerung der Ozeane bedroht Clownsfische und andere Exoten: Kohlendioxid unterbricht die Übermittlung chemischer Signale im Nervensystem weiter …
Schweden macht Atomausstieg rückgängig
Der konservative Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt soll sich mit seinen drei Koalitionspartner am Donnerstag auf einen Rückzieher geeinigt haben: Vor 29 Jahren hatte eine Volksabstimmung den Atomausstieg beschlossen weiter …
Weltweit immer weniger Atomkraftwerke am NetzChina will die Atomkraft deutlich ausbauen. Indien unterzeichnet Absichtserklärung über sechs Reaktoren. Trotzdem gibt es weltweit immer weniger Atomstrom weiter …
Australien verbindet Wirtschafts- mit Klimakrise
Vorbild Australien: Um aus der Wirtschaftskrise rauszukommen, bietet die Regierung 2,7 Millionen Eigenheimbesitzern kostenlose Wärmedämmung an weiter …
Energiesparlampen mit positiver Ökobilanz
Jetzt ist es regierungsamtlich: an den Vorwürfen, dass "Kompaktleuchtstofflampen" mehr schaden als nutzen ist nichts dran weiter …
Windenergie: USA überholen Deutschland
Deutschland macht nicht genug Wind, während der Weltmarkt rasant wächst: Die USA konnten den Vorsprung bereits aufholen, auch China setzt zum Spurt an weiter …
... und noch einige Höhe- bzw. Tiefpunkte von unserem Klima-Lügendetektor:
SpiegelOnline: Wie Don Quijote gegen Windräder
General Electric: Dreckiger Sex
Deutsches Atomforum: Strahlende Propaganda
Bundesregierung: Hauptsache, das Geld stimmt
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Die Schlagzeilen um 23 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Etscheits Alltagsstress
Danke, lieber Fritz Vahrenholt! Energiekonzerne können bohren, fracken und teersanden so viel sie wollen, ohne dass ihnen linksradikale Umweltschützer noch in die ölige Suppe spucken können. Alles wird gut. Vielen Dank, liebe Sonne! Vielen Dank, Fritz Vahrenholt! [mehr...]
Meinungen: Kommentar
Keine Blackout-Angst Der Winter ist kalt und das Stromnetz bleibt stabil - die Energiewende führt nicht zum befürchteten Blackout.Ein Kommentar von Joachim Wille [mehr...]
Jahresrückblick
2011: Das Jahr der Rekorde
Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, Bundeskanzlerin Angela Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Hamburger Mucken auf. Neuer Schmelzrekord in der Aktis, neuer Emissionsrekord in der Atmosphäre und so viel Flugpassagiere wie noch nie - der Jahresrückblick 2011. [mehr]
Aktion des Monats In den USA formieren sich Lobbyisten nachdem US-Behörden dem Gitarrenbauer Gibson die Einfuhr von illegalen Tropenhölzern nachweisen konnten. Vorn dabei: Die rechtskonservative Tea Party. Gemeinsam wollen diese das Lacey-Gesetz, dass den Import der Tropenhölzer für illegal erklärt, kippen. [mehr] | Durban 2011 Was war die 17. UN-Klimakonferenz - eine weitere Pleite der Diplomatie oder der Startschuss für das bitter nötige globale Klimaabkommen? Alle Berichte unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Südafrika können Sie im Durban-Dossier nachlesen. [mehr] |
Neue Klimaretter-Serie
Die Gesetze der Energiewende
Diesmal soll sie gelingen, die Energiewende. Die schwarz-gelbe Regierung hat dafür umfangreiche Gesetze verabschiedet - oft mit Stimmen der Opposition. In einer Serie analysiert klimaretter.info, was drin steht in den Gesetzen. Und was von ihnen zu halten ist.
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | In eigener Sache Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann unterstützen Sie uns, denn unabhängiger Journalismus kostet Geld. Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Bild & Vahrenholt: Die Lüge von der CO2-Lüge
Der Chef des Springer-Verlags, Matthias Döpfner, hat vor Jahren mal über sein Boulevardblatt Bild gesagt: „Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“ Das betrifft offenbar nicht nur Promis, sondern auch[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
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Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
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Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
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Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13




