Gesucht: Geld für "gigantisches Erfolgsprogramm"
"Wir werden dieses zentrale Progamm unserer Klimaschutzschutz-Politik im Gebäudebereich selbstverständlich fortsetzen". Mit diesen Worten hat Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) Ramsauer vor dem Bundestag am Freitag im Bundestag klar gestellt, dass private Bauherren weiterhin Anträge auf Fördermittel für energieeffizientes Bauen und Sanieren stellen können. Ramsauer musste vor dem Plenum aber "Irritationen" einräumen: Die KfW hatte 2010 die Bewilligung neuer Kredite mit der Begründung gestoppt, der Bundeshaushalt sei noch nicht beschlossen.
Ursprünglich hatte die Regierung für die Jahre 2009 bis 2011 jährlich 1,5 Milliarden Euro ingeplant, mit dem Geld Immobilienbesitzer zum energetischen Sanieren animiert werden sollten. 2009 waren wegen der großen Nachfrage die Mittel um 750 Millionen Euro aufgestockt worden, so dass insgesamt 2,25 Milliarden flossen. Und dieses zusätzliche Geld "holte" sich die KfW aus den für 2010 und 2011 eingeplanten Mitteln - ein beliebter Trick der politischen kameralistik, um in Wahljahren die Stimmung beim Wahlvolk anzuheizen.
Und das hatte dann ja auch Erfolg: nach KfW-Angaben waren 2009 insgesamt 600.000 Wohnungen gefördert und durch das Programm 1,45 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart worden. Weil aber unklar ist, wieviel Geld die neue Regierung für 2010 und 2011 bereit stellen will, zog die KfW erst einmal die handbremse: Wird der Topf nicht aufgestockt, stehen in diesem jahr nur etwa die Hälfte des Geldes aus dem vergangenen Jahr zur Verfügung.
Ramsauer sagte, das "gigantisches Erfolgsprogramm" stehe nun am kommenden Mittwoch auf der Tagesordnung des Bundestags-Haushaltsausschuss. "Ich bitte, dass die Sorgen der Betroffenen Ernst genommen werdenm", so der Minister, der eine "Entsperrung der Mittel" forderte, aber keine Zahlen nannte.
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) forderte, die Fördermittel mindestens auf dem Vorjahresniveau zu belassen. "Die Förderung muss verstetigt und wenn möglich noch erhöht werden", erklärte IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel. Der Klimawandel verbiete Kürzungen bei der energetischen Gebäudesanierung. Die Aufstockung von 2009 dürfe nicht zu Lasten der Gebäudesanierung in diesem und im kommenden Jahr gehen.
Und der Verbändekreis "Energieeffizienz und Klimaschutz" appelliert an die Bundesregierung, die Förderung zu entbürokratisieren, sie attraktiver und effizienter zu gestalten. "Ohne Vereinfachung der staatlichen Förderprogramme für energetische Sanierungen im Gebäudebestand werden die Klimaschutzziele kaum zu erfüllen sein". heißt es in einem Possitionspapier.
Die Schlagzeilen um 12 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Etscheits Alltagsstress
Danke, lieber Fritz Vahrenholt! Energiekonzerne können bohren, fracken und teersanden so viel sie wollen, ohne dass ihnen linksradikale Umweltschützer noch in die ölige Suppe spucken können. Alles wird gut. Vielen Dank, liebe Sonne! Vielen Dank, Fritz Vahrenholt! [mehr...]
Meinungen: Kommentar
Keine Blackout-Angst Der Winter ist kalt und das Stromnetz bleibt stabil - die Energiewende führt nicht zum befürchteten Blackout.Ein Kommentar von Joachim Wille [mehr...]
Jahresrückblick
2011: Das Jahr der Rekorde
Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, Bundeskanzlerin Angela Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Hamburger Mucken auf. Neuer Schmelzrekord in der Aktis, neuer Emissionsrekord in der Atmosphäre und so viel Flugpassagiere wie noch nie - der Jahresrückblick 2011. [mehr]
Aktion des Monats In den USA formieren sich Lobbyisten nachdem US-Behörden dem Gitarrenbauer Gibson die Einfuhr von illegalen Tropenhölzern nachweisen konnten. Vorn dabei: Die rechtskonservative Tea Party. Gemeinsam wollen diese das Lacey-Gesetz, dass den Import der Tropenhölzer für illegal erklärt, kippen. [mehr] | Durban 2011 Was war die 17. UN-Klimakonferenz - eine weitere Pleite der Diplomatie oder der Startschuss für das bitter nötige globale Klimaabkommen? Alle Berichte unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Südafrika können Sie im Durban-Dossier nachlesen. [mehr] |
Neue Klimaretter-Serie
Die Gesetze der Energiewende
Diesmal soll sie gelingen, die Energiewende. Die schwarz-gelbe Regierung hat dafür umfangreiche Gesetze verabschiedet - oft mit Stimmen der Opposition. In einer Serie analysiert klimaretter.info, was drin steht in den Gesetzen. Und was von ihnen zu halten ist.
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | In eigener Sache Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann unterstützen Sie uns, denn unabhängiger Journalismus kostet Geld. Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Bild & Vahrenholt: Die Lüge von der CO2-Lüge
Der Chef des Springer-Verlags, Matthias Döpfner, hat vor Jahren mal über sein Boulevardblatt Bild gesagt: „Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“ Das betrifft offenbar nicht nur Promis, sondern auch[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13






