Der Hunger nach Öl wächst weltweit
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose zur weltweiten Ölnachfrage im laufenden Jahr erneut angehoben. Nach dem am heutigen Dienstag veröffentlichten Monatsbericht wird prognostoziert, dass die Welt 2010 nun 86,6 Millionen Tonnen Barrel Öl täglich verbrauchen wird. Im März war die IEA in ihrer Prognose noch davon ausgegangen, dass es 30.000 Tonnen Barrel Öl täglich weniger sein werden. Insgesamt liege die Nachfrage im laufenden Jahr damit um 1,7 Millionen Tonnen Barrel Öl täglich über der des Vorjahres, die Welt wird den Prognosen zu Folge in diesem Jahr 2 Prozent mehr Öl konsumieren als 2009.

Werden in diesem jahr wieder mehr Öl fördern: Plattform vor Java (Fotos: Reimer)
Wegen der Finanzkrise war der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß - ein Maß des fossilen Energieverbrauches - 2009 um gesunken. In Deutschland verringerte sich der gesamte Mineralölverbrauch 2009 sogar um 5 Prozent. Ende 2009 lagen die Emissionen in der Bundesrepublik damit 28,7 Prozent unter dem Stand von 1990. Aktuell kostet Öl der Sorte Brent 84,46 Dollar je Barrel, im Oktober 2009 lag der Preis bei 67,32 Dollar. Analysten hatten im November verhergesagt, dass Öl 2010 allenfalls 85 Dollar kosten werde, wohl aber eher 75 Dollar.
Nun ist also ein neuer Run auf das Schwarze Gold entfacht: China ist auf der Suche nach neuen Energiequellen ins kanadische Ölsand-Geschäft eingestiegen. Ein Tochterunternehmen des staatlichen Ölkonzerns Sinopec teilte mit, für 4,65 Milliarden Dollar Firmen-Anteile von ConocoPhillips am Syncrude-Projekt in der kanadischen Provinz Alberta kaufen zu wollen. China hat allein im vergangenen Jahr 20 Milliarden Dollar in den Ausbau neuer Rohstoffquellen gesteckt, um den Energiebedarf seiner rasch wachsenden Wirtschaft zu stillen. Die Übernahme des neunprozentigen Anteils ist eine der größten Auslands-Investitionen einer chinesischen Firma überhaupt.
Die IEA sieht gar die weitere Erholung der Weltkonjunktur bedroht, sollte sich der Ölpreis dauerhaft über 80 Dollar festsetzen. In der vergangenen Woche war er erstmals in diesem jahr über die 87 Dollar-Marke geklättert. Der Benzinpreis in Deutschland war auf den höchsten Stand seit Herbst 2008 gestiegen.
© wir-klimaretter.de/reni
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