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Siemens steigt bei „SeaGen“ ein

Der deutsche Anlagen-Konzern Siemens hat knapp 10 Prozent der Firma Marine Current Turbines übernommen. Das Unternehmen mit Sitz in Bristol ist einer der Vorreiter auf dem Gebiet der Planung und Entwicklung von Meeresströmungskraftwerken. Mit der Beteiligung tritt Siemens in einen neuen Markt ein, der gute Zukunftsperspektiven verspricht. "Mit der Beteiligung an diesem Start-up-Unternehmen sichern wir uns den Zugang zu einer innovativen Technologie im Bereich der Erneuerbaren Energien", sagte René Umlauft, CEO der Renewable Energy Division von Siemens Energy. Als einer der Technologieführer bei Meeresströmungskraftwerken sei Marine Current Turbines ein idealer Partner für Siemens, um in den rasch wachsenden Markt für Meeresströmungskraftwerke einzutreten. Bis zum Jahr 2020 rechnen Experten hier mit zweistelligen Wachstumsraten.

Meeresströmungskraftwerke nutzen die Meeresströmung, um Strom zu erzeugen. Die Turbine steht an einem Mast frei in der Strömung. Diese Technologie funktioniert im Prinzip wie eine Unterwasser-Windturbine. Die Rotorblätter werden jedoch nicht vom Wind, sondern von der Wasserströmung angetrieben. Wasser hat eine 800 Mal größere Energiedichte als Wind. Zweiflügelige Rotoren drehen sich mit der Bewegung des Gezeitenstroms und richten die eigene Achse um 180 Grad optimal nach der Strömungsrichtung und -geschwindigkeit aus. Ein wesentlicher Vorteil dieser Technologie: Die Stromproduktion ist aufgrund der Gezeitenzyklen vorhersehbar und damit planbar.

Marine Current Turbines hat bereits das erste kommerzielle Projekt "SeaGen" in der Meerenge von Strangford in Nordirland erfolgreich realisiert. Seit November 2008 speisen dort zwei (Axial-) Turbinen mit einer Gesamtleistung von 1,2 Megawatt Strom ins Netz ein und versorgen rund 1500 Haushalte mit Elektrizität. Damit ist SeaGen das derzeit leistungsstärkste Meeresströmungskraftwerk der Welt. Großes Potenzial hat diese umweltfreundliche Technologie zur Stromerzeugung insbesondere in Küstenregionen mit starkem Gezeitenstrom, beispielsweise vor Großbritannien, Irland, Frankreich, Kanada oder im ostasiatischen Raum. Darüber hinaus sind Meeresströmungskraftwerke auch Bestandteil der Planungen für ein „Super Grid“ in der Nordsee, mit dessen Hilfe der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter vorangetrieben werden soll.

 

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