Golf von Mexiko: BP gibt sich "erschüttert"
Einen Monat nach dem Sinken der Bohrinsel Deepwater Horizon ist ein Ende der Ölpest im Golf von Mexiko noch immer nicht in Sicht. Es stehe "außer Frage", dass die Folgen der Ölpest im Golf von Mexiko bleibende Schäden für die Umwelt hinterlassen werde und sich BP "noch für etliche Jahre" mit dem Unglück beschäftigen müsse, räumte BP-Manager Robert Dudley am Sonntag gegenüber CNN ein: "Niemand ist erschütterter als wir", so Dudley.

Der Ölteppich im Golf von Mexiko vom Satelliten aus betrachtet: Das Blaue ist das Öl, und das breitet sich weiter aus. (Foto: NASA)
Nach aktuellen Schätzungen sind bislang 22,7 Millionen Liter Rohöl in den Golf von Mexiko gelangt. Den Versuch, das Bohrloch am Meeresgrund zu schließen, musste der Konzern auf voraussichtlich Dienstag oder Mittwoch verschieben. BP will das Bohrloch mit Schlamm verschließen, die Vorbereitungen seien jedoch "kompliziert", so Dudley. Scheitert der Ansatz soll das Bohrloch mit Gummiteilen beschossen und verstopft werden. Erst im August werden Bohrarbeiten neben dem Hauptbohrloch abgeschlossen sein, um die Quelle durch das Einleiten mit Zement ganz zu versiegeln. Dudley sagte, man werde alles versuchen und "nicht bis August warten".
Einen Teil des Öls hatte BP durch eine Not-Leitung abfangen können. Die Mengen liegen mit täglich 300 Tonnen jedoch offenbar weit niedriger als zuvor mit 700 Tonnen vom Konzern angegeben. Zunehmend muss sich BP auch gegen Glaubwürdigkeitsverlust wehren: US-Demokrat Edward Markey hatte in der vergangenen Woche kritisiert, BP habe das Vertrauen der Regierung verloren: Es werde immer klarer, dass BP die tatsächlichen Folgen des Unglücks verschleiere.
Die Washington Post berichtet, BP habe die Verminderung von Sicherheitsstandards durch den Einsatz eines provisorischen Ventils in Kauf genommen und zitiert aus einem auf 2004 datierten Briefwechsel zwischen BP un dem Unternehmens Transocean, von dem der Ölkonzern die Bohrinsel geleast hatte. Mit dem eigentlichen Ventil hätte das Bohrloch bei einer Explosion verschlossen werden sollen, um den Austritt von Öl zu verhindern.
Trotz Warnungen der US-Umweltbehörde EPA setzt BP zudem weiterhin auf das umstrittene Corexit. Die Chemikalie soll das Öl auflösen, noch bevor es die Wasseroberfläche erreicht. Die Behörde hatte den Konzern zuvor aufgefordert, ungiftigere Mittel zu verwenden: Über die Folgen der Verwendung der Chemikalie in diesem Ausmaß sei zu wenig bekannt. BP reagierte mit einem Schreiben an die EPA, Corexit sei das bestmögliche Mittel für den Einsatz in der Tiefsee.
© wir-klimaretter.de/sam
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