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Agrogas-Branche: Bunte Äcker statt Monokulturen

Die Agrogas-Branche reagiert auf Kritik am bisher üblichen Anbau von Energiepflanzen: Der Fachverband Biogas startete diese Woche eine Aktion unter dem Titel "Farbe ins Feld", großflächige Monokulturen etwa bei Mais sollen künftig vermieden werden. "Die Bürger sollen Energiepflanzenfelder positiv wahrnehmen", sagte Claudius da Costa Gomez, Geschäftsführer des Lobbyverbands, bei einer Auftaktpressekonferenz im nordrhein-westfälischen Gronau. Auf einem Acker im Münsterland wurde ein sogenannter "Blühstreifen" ausgesät - auf drei Metern Breite finden sich am Rand und in der Mitte des Feldes nun ökologisch wertvolle Pflanzen mit Lebensräumen für eine Vielzahl von Tieren.

FNR_Anbaugrafik_2009

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich der Flächenbedarf für nachwachsende Rohstoffe etwa vervierfacht - der Löwenanteil geht in die Energieproduktion  

Hintergrund ist der massive Boom des Energiepflanzenanbaus in den vergangenen Jahren. Rund 1,6 Millionen Hektar und damit etwa zehn Prozent der Ackerflächen wurden 2008 nach Angaben der Agentur für Erneuerbare Energien in Deutschland bereits für den Anbau etwa von Raps oder Mais genutzt, die als Rohstoffe für Biogas- oder Agrosprit-Anlagen dienen. Bis zum Jahr 2020 könnte sich Fläche auf 3,7 Millionen Hektar mehr als verdoppeln. Ökologen bemängeln seit langem, dass dadurch die Artenvielfalt massiv leidet.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begrüßte die Initiative des Biogas-Verbandes denn auch als "Schritt in die richtige Richtung", sie dürfe aber keine "kosmetische Aktion" bleiben. Solche Blühstreifen seien "für sich genommen nicht in der Lage, die negativen Auswirkungen eines großflächigen Maisanbaus aufzufangen", betonte Thomas Graner vom BfN. Außerdem sei es beispielsweise wichtig, den Dünger- und Pestizideinsatz zu begrenzen und nicht immer nur Mais anzubauen, sondern auf die übliche Fruchtfolge zu achten. "Aus Sicht des BfN ist erforderlich, dass ein Mindestanteil der Landwirtschaftsfläche mit naturschutzfachlichem Vorrang bewirtschaftet wird, so Graner.

Abb.: BfN (Foto) Agentur für Erneuerbare Energien (Grafik)

wir-klimaretter.de/alf

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