Ölpest im Golf - Flut in den BP-Kassen
Soviel steht fest: Eine Ölpest im Golf von Mexiko ist nicht mehr aufzuhalten. Nachdem am vergangenen Sonntag die Öl-Explorationsplattform „Deepwater Horizon“ 70 Kilometer vor der Küste des US-Staates Louisiana explodiert und gesunken war, sprudelt in 1.500 Meter Tiefe Rohöl in die Karibik. Bislang ist das genaue Ausmaß unklar: Die US-Küstenwache nennt eine Menge von 140 Tonnen, die pro Tag austritt, Betreiber BP selbst spricht von 1000 Barrel, die Nachrichtenagentur afp vermeldet, dass rund 160.000 Liter Öl pro Tag ins Meer strömen.

Von links strömt der Missisippi ins Meer, von rechts droht die Ölpest. (Foto: NASA)
Klar sichtbar ist mittlerweile der Ölteppich in Sattelittenaufnahmen. Die Ölpest bedroht die Küsten der US-Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi. In dem dortigen Ökosystem leben Wasservögel, Garnelen und Austern. BP hat vier Unterwasserroboter im Einsatz, die das Bohrloch verstopfen sollen. Sollte die Schließung des Bohrlochs misslingen, müssten die Experten in der Nähe Entlastungs-Löcher graben, um den Ölfluss aus dem offenen Loch nach und nach versiegen zu lassen. Dies könnte nach Einschätzung von BP zwei bis drei Monate dauern. Um das Ausmaß der Verseuchung zu begrenzen haben Rettungskräfte mit dem Bau einer riesigen Schutzglocke über der gesunkenen Bohrinsel begonnen. Die Bauarbeiten würden zwei bis vier Wochen in Anspruch nehmen.
Blendende Stimmung dagegen in der BP-Konzernzentrale in London: Wie die zweitgrößte europäische Ölgesellschaft am Dienstag mitteilte, stieg der Nettoprofit im ersten Quartal 2010 um 134,6 Prozent von 2,6 Milliarden Dollar auf 6,1 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro). Im Vergleich zum letzten Vierteljahr 2009 stieg der Gewinn um 41,9 Prozent. Das Ergebnis übertraf deutlich die Erwartungen der Analysten. Dennoch sank der Kurs der BP-Aktie: Die Anleger fürchten finanzielle Folgen der Ölverseuchung im Golf.
© wir-klimaretter.de/reni
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