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BfN will Energie aus Biomasse "mit Augenmaß"

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) verlangt bei der energetischen Nutzung von Biomasse mehr Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen. "Fehlentwicklungen" wie die Rodung von Regenwäldern in den Tropen oder hierzulande der Anbau von Energiepflanzen in Monokulturen müssten "dringend gestoppt werden", heißt es in einem Positionspapier, das die Behörde in dieser Woche vorgelegt hat. Anderseits sei aber eine pauschale Kritik der Biomassenutzung auch "nicht angemessen".

"Angesichts der rasanten Dynamik im Bioenergiesektor und der damit verbundenen Intensivierung in der Landwirtschaft muss die Erzeugung und Gewinnung der Bioenergie differenziert und mit Augenmaß erfolgen", betonte BfN-Präsidentin Beate Jessel anlässlich der Vorstellung des Papiers. "Immer noch finden naturverträgliche Formen der Biomasseerzeugung, die sich positiv auf die Entwicklung der Arten- und Lebensraumvielfalt in der Kulturlandschaft auswirken, zu wenig Beachtung."

bfn_energiepflanzen_mischMischkulturen wie hier aus Sonnenblumen und Mais können nach Ansicht des BfN den Energiepflanzenanbau mit dem Naturschutz versöhnen. (Foto: BfN)

Das Dokument mit dem Titel "Bioenergie und Naturschutz – Synergien fördern, Risiken vermeiden" führt auf dreißig Seiten positive Beispiele auf, beispielsweise naturschonende Fruchtfolgen beim Anbau von Energiepflanzen. In ausgeräumten Landschaften könne durch den Anbau schnellwachsender Gehölze zur Energiegewinnung sogar ein naturschützerischer Mehrwert entstehen. Konkret schlägt das BfN unter anderem vor, bei der Biomasse-Förderung mehr Öko-Vorgaben zu machen – in Schleswig-Holstein werde das bei den Zuschüssen für Biogas-Anlagen beispielsweise bereits getan. Gentechnisch veränderte Energiepflanzen lehnt die Behörde zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab.

"Biologische Vielfalt und konsequenter Klimaschutz keine Gegensätze"

"Die Erhaltung der Biologischen Vielfalt und konsequenter Klimaschutz sind nicht als Gegensätze zu verstehen, sondern bedingen sich gegenseitig", so Jessel. "Nur nachhaltig und naturverträglich angebaute Biomasse kann auch wirklich einen Beitrag zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt sowie zur Verringerung des Treibhauseffekts leisten." Ohne kluge Politik könnten "die Risiken für die Natur und die klimawirksamen Emissionen höher als die positiven Effekte" des Biomasse-Anbaus sein.

Das vollständige Papier zum Download finden Sie HIER

[Erklärung]  
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