Vattenfall darf CCS-Lager suchen
Der Energiekonzern Vattenfall darf eine Fläche von 353 Quadratkilometer östlich von Berlin auf unterirdische Speichermöglichkeiten für Kohlendioxid erkunden. Dazu erteilte das Landesbergamt am Dienstag die Genehmigung. Vattenfall könne im Raum Neutrebbin (Landkreis Märkisch-Oderland) dort durch seismische Messungen und Bohrungen geologische Strukturen in 1400 Meter Tiefe untersuchen, so die Entscheidung. Vattenfall betreibt an seinem Kraftwerksstandort Schwarze Pumpe seit 2008 eine CCS-Pilotanlage, bei der Kohlendioxid aus der Kohleverbrennung abgetrennt und verflüssigt wird.
Protestschild im brandenburgschen Pfaffendorf: Hier möchte Vattenfall gern den aquifinen Tiefenspeicher nutzen. (Foto: Reimer)
Vattenfall will "Weltmarktführer" werden und hat bereits 1 Milliarde Euro für die nächste Ausbaustufe bereitgestellt: Ab 2014 soll in Jänschwalde ein 500-Megawatt-Kraftwerk mit dem sogenannten Oxyfuel-Verfahren gebaut werden. Beim Oxyfuel-Verfahren wird Kohle in reinem Sauerstoff verbrannt, weshalb deutlich weniger Abgas aus Kohlendioxid und Wasser besteht. Der Wasserdampf wird auskondensiert, übrig bleibt ein bis zu 90 Prozent konzentriertes Kohlendioxid-Gas, das unter Druck verflüssigt wird.
Was allerdings fehlt ist bislang einerseits eine Gesetzesgrundlage - der Bundestag arbeitet gerade an einer neuen Vorlage. Andererseits fehlt geeignete Bodenformation, in der Vattenfall das Kohlendioxid auch einlagern kann. Ziel des Verfahrens soll nun sein, Erkenntnisse darüber zu erhalten, ob die mächtige Tonschichten zur Oberfläche hin in Ostbrandenburg genügend abgedichten. Bereits Ende Oktober hatte das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe einen Antrag von Vattenfall zur Erkundung eines CO2- Speichers in der Region Birkholz-Beeskow (Oder-Spree) genehmigt.
Gegen die Speicherpläne in der Region Ostbrandenburg gibt es zahlreiche Proteste der Bewohner. Mehrere Bürgerinitiativen haben sich formiert und genießen die Unterstützung zahlreicher Politiker - bis hin zur CDU . Die Landes-SPD dagegen unterstützt Vattenfalls Pläne vorbehaltlos, während der Koalitionsverhandlungen im Herbst gab die Linkspartei ihren bisher vehementen Anti-Kohle-Kurs auf.
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