Bundestag berät über Gebäudesanierung

Im Bundestag wird am morgigen Mittwoch über die Fördergelder zur Gebäudesanierung beraten. Mit dem bislang geplanten Etat könnte einem der erfolgreichsten Klimaschutzprogramme bereits Mitte des Jahres die Gelder ausgehen: Davon haben am Dienstag das Kampagnen-Netzwerk Campact und andere Mitglieder der Klima-Allianz mit einer Protestaktion am Brandenburger Tor gewarnt.
Bleibt es bei den bisherigen Plänen von Union und FDP stehen im laufenden Jahr mit 1,1 Milliarden Euro nur noch halb soviel Fördergelder für die energetische Gebäudesanierung zur Verfügung wie im letzten Jahr. "Dabei gehört das Gebäudesanierungsprogramm zu den wichtigsten Jobmotoren und Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland", kritisiert Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Die KfW-Förderbank verzeichnete 2009 einen Förderrekord beim energieeffizienten Bauen und Sanieren. Seit Start des Programms im Jahr 2001 sind demnach noch nie so viele Förderkredite vergeben worden wie im vergangenen Jahr: Bis Ende November vergab die KfW über 200.000 Kredite und Zuschüsse. Mit fast 550.000 geförderten Wohnungen wurden Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz von 17 Milliarden Euro angestoßen. Nach KfW-Angaben konnten durch das Programm bislang insgesamt 300.000 Arbeitsplätze gesichert und jedes Jahr 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. 
Viele Bürgerinnen und Bürger wollten durch eine Heizungsmodernisierung oder eine Verbesserung der Dämmung selbst aktiv zum Klimaschutz beitragen, so Holger Bartels, Abteilungsleiter Agrar- und Umweltpolitik im Bundesvorstand der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt: "Dieses Engagement sollte die Bundesregierung unterstützen und nicht abwürgen". Bei der energetischen Sanierung von Gebäuden gebe es nur Gewinner, sagt auch Campact-Klimaexperte Ferdinand Dürr: "Die Mieter profitieren von geringeren Nebenkosten, die Eigentümer von der Wertsteigerung ihres Hauses, die Handwerksbetriebe von Aufträgen und das Klima von verminderten Treibhausgasen."
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