Moorburg: Gericht lehnt BUND-Klage ab
Das Hamburger Verwaltungsgericht hat am Donnerstag eine Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gegen die Moorburg-Trasse abgewiesen. Die Begründung: Die Organisation sei nicht antragsbefugt. Gegen den Beginn der Baumfällungen im Gählerpark in Hamburg-Altona wendet sich die Initiative Moorburgtrasse stoppen mit Protesten an "Tag X" ab kommenden Freitag.
Das Vattenfall-Kohlekraftwerk Moorburg wurde nach langem Streit unter Auflagen von der grünen Umweltsenatorin Antje Hajduk genehmigt. Die Nutzung großer Teile der Abwärme des Kohlemeilers für Fernwärme in Wohngebieten und die dafür nötige zwölf Kilometer lange Fernwärmeleitung sind Voraussetzung für den Betrieb des Kraftwerks. Daher konzentrierte sich der Protest gegen das Kohlekraftwerk derzeit auf den Bau der Fernwärmeleitung.
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Gegen den Trassenbau hatte der BUND geklagt - und blitzte beim Verwaltungsgericht Hamburg ab. Ein Skandal, findet Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg. "Es kann nicht sein, dass die Fällung von fast 400 Bäumen und eine 1,5 Kilometer lange Schneise durch öffentliche Parks ohne Planfeststellungsverfahren und Umweltverträglichkeitsprüfung genehmigt werden und weder Umweltverbände noch Anwohner dies juristisch angreifen können".

Seit Anfang Dezember haben AnwohnerInnen und Robin Wood AktivistInnen Bäume im betroffenen Gählerpark in Hamburg-Altona besetzt. Wenn die Trassenpläne realisiert werden, müsste dieser Park weichen. Auch die Umweltorganisation Robin Wood hat die Entscheidung des Verwaltungsgerichts scharf kritisiert: Das Gericht ignoriere die Interessen der Bürger: "Wir erwarten, dass eine bürgerfreundliche Stadt bei derart wichtigen Projekten wie der Moorburgtrasse die Betroffenen beteiligt", so Aktivisten Aglaia Abel. Hamburg vermarktet sich als Umwelt- und Klimahauptstadt Europas. Tatsächlich aber arbeitet die "grün" geführte Umweltbehörde ganz im Sinne des Klimakillers Vattenfall.
Frühester möglicher Baubeginn ist der 15. Januar: Die Anwohner-Initiative "Moorburgtrasse stoppen" ruft deshalb ab morgigen Freitag zum "Tag X" auf: Mit Aktionen im Gählerpark soll gegen den Beginn des Baumfällens protestiert werden. "Eine Räumung der BaumbesetzerInnen oder Fällungen werden wir im Stadtteil mit einem kraftvollen Tag X beantworten und auch danach werden wir nicht locker lassen. Wir stellen uns auf eine lange Auseinandersetzung ein", so Sprecher Volker Gajewski.
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