Dörpen: Bebauungsplan wird überarbeitet
Im emsländischen Dörpen können die Gegner des dortigen Kohlekraftwerkes einen weiteren Teilerfolg verbuchen: Der Gemeinderat, der sich zuletzt gegen eine Bürgerbefragung ausgesprochen hatte, überarbeitet den Bebauungsplan und legt ihn dann erneut öffentlich aus. Damit wollen die Befürworter des Projekts eine Pleite wie in Datteln vermeiden, wo kürzlich das bereits halbfertige Eon-Kraftwerk vom Oberverwaltungsgericht Münster wegen eines fehlerhaften Planungsverfahrens gestoppt wurde.
"Wir müssen in Betracht ziehen, dass auch andere Gerichte in Deutschland sich dieser Rechtsprechung anschließen werden", zitiert die Neue Osnabrücker Zeitung den Chef der CDU-Fraktion im Dörpener Gemeinderat, Manfred Gerdes. Deshalb sei man nun dafür, "den Bebauungsplan und die begründeten Gutachten analog der Anforderungen des OVG Münster zu ergänzen und in Teilen konkreter zu formulieren". Die Dokumente sollen dann erneut für einen Monat ausgelegt werden, um Einwendungen zu ermöglichen. Für das 900-MW-Kohlekraftwerksprojekt, das die Schweizer BKM zusammen mit dem viertgrößten deutschen Stromkonzern EnBW vorantreiben, bedeutet das eine erneute Zeitverzögerung. Gegen den bisherigen Bebauungsplan hatte es im Sommer mehr als 8.000 Einwendungen gegeben.
Ausdrücklich fordert die CDU nun eine Kraft-Wärme-Kopplung am neuen Kraftwerk. Die Bürgerinitiative "Saubere Energie" wertet das als weiteren Punktsieg. Denn, so BI-Sprecher Jan Deters-Meissner, "das Kohlekraftwerk in Dörpen wird keine ausreichenden Abnehmer für Wärme finden", dafür sei die Gemeinde schlicht zu klein. Zudem plane die ortsansässige Papierfabrik UPM Nordland, die keine Wärme aus dem Kohleblock will, nun ein eigenes Erdgaskraftwerk.
Stade: Gaskraftwerk kommt, Kohleblock weiter unsicher
Das geplante Gaskraftwerk des Chemiekonzerns Dow in Stade hat unterdessen von der Bezirksregierung Lüneburg seine Genehmigung erhalten. Im Dezember würden die Bauarbeiten beginnen, berichten die Uetersener Nachrichten. Das hocheffiziente Gas- und Dampfturbinenkraftwerk solle 2012 in Betrieb gehen und einen zwanzig Jahre alten Vorgänger ablösen. Für ein ebenfalls von Dow gewünschtes Kohlekraftwerk dagegen fehlt immer noch ein Co-Investor. "Wir sind weiter auf der Suche nach einem kompetenten Partner, der sich auf dem Stormmarkt auskennt", erklärte ein Firmensprecher dem Blatt. Im Sommer 2009 war EnBW aus diesem Projekt ausgestiegen.
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