Staudinger bei Umweltprüfung "durchgefallen"
Mehr als 10.000 Einwendungen waren gegen das 1.100 Megwatt Kohlekraftwerk am E.on-Standort-Staudinger eingegangen: In Hessen wurde am Freitag die zweiwöchige Erörterung im Raumordnungsverfahren um den umstrittenen Block 6 beendet.

Bis 2013 will Energiekonzern im Kraftwerk Staudinger bei Hanau den umstrittenen "Block 6" errichten
"Bei der Umweltprüfung ist Block 6 durchgefallen", sagt Winfried Schwab-Posselt, Sprecher der Bürgerinitative Stopp Staudinger. Der geplante Staudinger-Ausbau sei nicht raumverträglich: "Wesentliche Gutachten sind von ungenügender Qualität, so Schwab-Posselt. Auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) habe mit eigenen Gutachtern gezeigt, dass etwa die Schadstoffausbreitungen falsch berechnet wurden und die Umweltauswirkungen größer sind als von Eon angegeben. "Alle unsere Einwendungen und Argumente zeigen, dass der Bau des Blocks 6 den Zielen des globalen Klimaschutzes und lokalen Umwelt- und Gesundheitsschutzes widerspricht", sagt Werner Neumann vom BUND Hessen.
Nachholbedarf sieht auch das Darmstädter Regierungspräsidium bei Unklarheiten über die Kühlturmtechnik, den Einfluss des Wetters auf die Umweltbelastungen und die Gesundheitsgefährdung durch Block 6. Seine Beurteilung der Erörterung im Rahmen des Raumordnungsverfahrens will das Regierungspräsidium frühestens im Sommer vorlegen.
Bürgerinitiative und BUND erwarten eine Absage für den Staudinger-Ausbau. Weil sich aus dem Bau des Kohlekraftwerks keine ökologischen Vorteile ergeben, sei Block 6 raumunverträglich und widerspreche den Grundsätzen und Zielen der Regional- und Landesplanung: "Wer die Verantwortung gegenüber der mit Schadstoffen und Lärm belasteten Region und dem Weltklima wahrnehmen will, der muss sich gegen den Block 6 aussprechen", so Schwab-Posselt.
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