Vattenfalls Anzeige muss sich gedulden
Der Prozess gegen eine Klimaschützerin wegen Hausfriedensbruchs wurde heute vom Amtsgericht Hamburg-Harburg vertagt. Hintergrund sind offensichtliche Formfehler, die Vattenfall bei der Strafanzeige nach einer Aktion an der Baustelle des Kohlekraftwerks Moorburg machte. Vattenfall hat gegen eine Reihe von Klimaschützern Anzeige erstattet, die die Kraftwerksbaustelle im Sommer 2008 für einige Stunden besetzt hatten.
Kathrin Henneberger, eine der „Besetzer/innen“ der Baustelle, fordert Vattenfall auf, die Anzeigen zurückzuziehen: „Vattenfall kriminalisiert die Menschen, die die Energieindustrie davon abbringen wollen, das Klima und den Lebensraum der Menschen zu zerstören." Die Besetzer hätten auf der Baustelle nichts zerstört, sondern lediglich mit einer öffentlichen Aktion auf die Problematik aufmerksam gemacht. Vattenfall versuche mit aller Gewalt, zukünftigen Protest gegen klimaschädliche Energiepolitik zu unterdrücken, um ungestört auf Kosten des Klimas
Profite zu erzielen zu können. Henneberger: "Ich halte Aktionen wie die unsere weiter für richtig, um die Öffentlichkeit zu mobilisieren.“
Dabei erhalten die Angeklagten moralische Unterstützung: Neben NASA-Forscher James Hansen hatte auch Friedensnobelpreisträger Al Gore geäußert, er könne „ nicht verstehen, warum junge Leute nicht massenhaft Bagger blockieren und sie davon abhalten, Kohlekraftwerke zu bauen.“ Zahlreiche Initiativen und Verbände haben sich zur Kampagne „ausgekohlt“ zusammengeschlossen: Über 9.500 Emails sind bereits jeweils bei Vattenfall und der schwedischen Regierung eingegangen, mit der Forderung, die Anzeigen gegen die Klimaschützer zurückzuziehen. Und natürlich mit der Forderung, die Arbeiten am Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg unverzüglich zu stoppen.
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