De Boer setzt auf "realistische Ziele"
UN-Klimasekretariatschef Yvo de Boer hat die Erwartungen an den nächsten Weltklimagipfel in Mexiko Ende des Jahres gedämpft: In Cancun müsse ein Grundgerüst für ein neues Klimaabkommen gelegt werden. Dabei seien jedoch eher Fortschritte als Durchbrüche zu erwarten, so de Boer am Montag in Bonn.

UN-Klimachef de Boer hatte nach dem Kopenhagen-Gipfel seinen Rücktritt zum 1. Juli bekanntgegeben. (Foto: UNFCCC)
Für den UN-Klimagipfel in Mexiko müssten "realistische Ziele" angepeilt werden, so de Boer. Das Ministertreffen in Bonn könne dazu beitragen, nach dem gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen wieder gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Dafür sei auch das Einlösen der Versprechen zur Finanzierung von Klimaschutz und Apassung in Entwicklungsländern wichtig: In Kopenhagen hatten die Industrienationen bis 2012 30 Milliarden US-Dollar angekündigt. Diese Gelder müssten "neu und zusätzlich sein", so de Boer, "und nicht an anderer Stelle bereits für die Armutsbekämpfung versprochen sein". Deutschland plant etwa, einen Teil der Gelder lediglich umzuschichten.
Beim "Petersberger Klimadialog" diskutieren seit Sonntag Umweltminster und Regierungsvertreter auf Einladung der Bundesregierung über neue Impulse für die UN-Klimaverhandlungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Sonntag erklärt, die Weltgemeinschaft sei vom Ziel, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts aus maximal zwei Grad zu begrenzen, "noch sehr weit entfernt". Bundesumweltminister Norbert Röttgen will mit dem Treffen in Bonn parallel zu den UN-Verhandlungen konkrete Klimaschutzprojakte vorantreiben und setzt dabei etwa auf Einzelthemen wie den Waldschutz.
Bereits Ende Mai gehen die offziellen UN-Klimaverhandlungen in die nächste Runde. Bis zum Klimagipfel in Mexiko sind noch drei weitere Vorbereitungstreffen geplant.
wir-klimaretter.de/sam
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