Die EU soll auf 30 Prozent gehen
Bundesumweltminister Norbert Röttgen rechnet mit einer Erhöhung des EU-Klimaziels. "Für 20 Prozent braucht es keine besonderen Anstrengungen", sagte der Minister am Mittwoch in Berlin gegenüber Reuters. Die Bundesregierung werde sich für ein 30-Prozent-Ziel einsetzen.
Bislang hat die Europäische Union einer Treibhausgas-Reduktion von 20 Prozent gegenüber 1990 zugestimmt und die Erhöhung auf 30 Prozent in Aussicht gestellt - wenn andere Länder "vergleichbare" Verpflichtungen eingehen. Röttgen sagte, er gehe davon aus, dass die EU-Kommission Ende Mai einen Vorschlag zur Erhöhung auf 30 Prozent machen werde, über den beim EU-Gipfel im Juni beraten werden solle.

"Echte" Klimaziele forderten Aktivisten schon in Kopenhagen von der EU - die wollte davon zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nichts hören. (Foto: Götze)
EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard plant offenbar im Juni eine Analyse der EU-Klimaziele vorzulegen, auf deren Basis über ein 30-Prozent-Ziel ohne Bedingungen diskutiert werden soll. Bereits vor Kopenhagen hatten sich Länder wie Großbritannien oder Dänemark für ein Anheben der Klimaziele ausgesprochen. Der Versuch war jedoch nicht nur von Italien und Polen entschieden abgeblockt worden, sondern maßgeblich auch von Deutschland.
Ein höheres Klimaziel der EU fordern nicht nur Umwelt- und Klimaschützer. Auch Luis Alfonso de Alba, UN-Botschafter des Gastgebers der nächsten Weltklimakonferenz in Mexiko hatte kürzlich ein "ambitionierteres" Vorgehen der EU gefordert. Noch-Klimasekretariatschef Yvo de Boer hatte das 20-Prozent-Ziel der EU auf der letzten Klimakonferenz in Bonn als "Klacks" (piece of cake) bezeichnet.
Am Sonntag treffen sich die Umweltminister aus 45 Ländern auf Einladung der Bundesregierung in Bonn zum Petersberger Klimadialog. Die Konferenz soll auf den nächsten Weltklimagipfel in Mexiko hinarbeiten. Konkrete Beschlüsse sind jedoch nicht geplant.
© wir-klimaretter.de/sam
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