Umweltrat: Agrarförderung neu ausrichten
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat am Freitag Klima-Auflagen für den Agrarbereich angkündigt. Gegenüber Deutschlandradio Kultur sagte die Ministerin, vorhandene Auflagen würden Landwirte bereits heute vor große Aufgaben stellen. Es müssten jedoch neue Wege zur Treibhausgasreduktion in der Landwirtschaft gefunden werden, gibt die Nachrichtenagentur AFP Aigner wieder. Das sei auch im Sinne einer europäischen Agrarpolitik.
Hü und hott mit Ilse Aigner: Erst am Mittwoch hatte die Agrarministerin erklärt, strenge Klimaschutzauflagen und eine ausreichende Versorgung von Lebensmitteln seien "unvereinbar". Am Samstag will die Ministerin in Berlin dennoch mit Agrarminister aus 50 Ländern über die Rolle der Landwirtschaft beim Klimaschutz diskutieren.
Umweltrat: Agrarsubventionen "nicht mehr zeitgemäß"
Der Sachverständigenrat für Umweltfragen hat am Freitag die europäische Agrarförderung vor dem Hintergrund des Klimawandels als "nicht mehr zeitgemäß" kritisiert. "Öffentliche Gelder dürfen in Zukunft nur noch für öffentliche Ziele eingesetzt werden, insbesondere für den Umwelt- und Naturschutz", so SRU-Mitglied Karin Holm-Müller. Die Milliardenförderung der Landwirtschaft zur Einkommenssicherung großer Betriebe sei nicht mehr zu rechtfertigen.
Aus Sicht des Sachverständigenrates für Umweltfragen sind der Klimawandel und der Verlust der Biodiversität die beiden zentralen Umweltprobleme des 21. Jahrhunderts, zu deren Lösung insbesondere auch die Agrarpolitik beitragen sollte. Die intensive Landwirtschaft verursacht erhebliche klimaschädliche Emissionen an Lachgas und Methan. Auch die Umwandlung von Grünland zu Ackerland und die Trockenlegung von Mooren für landwirtschaftliche Zwecke tragen zum Klimawandel bei.
Der Umweltrat fordert deshalb eine Neuausrichtung der Agrarförderung. Unter anderem soll eine ökologische Grundprämie an Landwirte gehen, die mindestens zehn Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche als "ökologische Vorrangflächen" bereitstellen und Standards einhalten, die den guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand ihrer Flächen sicherstellen.
Mehr zur Stellungnahme des Umweltrats finden Sie HIER
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