Umweltschützer warnen vor Urwald im Tank
Der Regenwald fährt mit: Dieselfahrer in Deutschland kaufen trotz Nachhaltigkeitsverordnung mit jeder Tankfüllung auch die Zerstörung von Urwaldflächen in Indonesien oder Argentinien ein. Das ist das Ergebnis von 160 Diesel-Tests, die Greenpeace über den Zeitraum von einem Jahr im ganzen Bundesgebiet gemacht hat.

Was ist drin? Greenpeace hat Diesel unter die Lupe genommen. (Foto: Steffen Giersch/Greenpeace)
In Deutschland wird Diesel durch die Beimischungsquote rund sieben Prozent Agrosprit zugesetzt. Nach Greenpeace-Erhebungen setzt sich dieser Anteil auch aus durchschnittlich sechs Prozent Palmöldiesel und elf Prozent Sojadiesel zusammen. Der Bedarf werde zunehmend aus Entwicklungsländern gedeckt, wo für Anbau und Produktion von Soja- und Palmöl großflächig Regenwald zerstört werde.
Heimische Rohstoffe wie Rapsöl seien dagegen knapp und teuer. "Der in Deutschland angebaute Raps würde maximal für eine fünfprozentige Beimischung reichen", sagt Greenpeace-Waldexpertin Corinna Hölzel. Auch die aktuelle Nachhaltigkeitsverordnung für Agrosprit sei "viel zu schwach" und diene Unternehme und Politik lediglich als "grünes Feigenblatt". Die Umweltorganisation forderte die Abschaffung der Beimischungsquote. Für den Klimaschutz im Verkehrssektor müsse stärker auf verbrauchsärmere Autos und alternative Verkehrskonzepte und -Antriebe gesetzt werden.
Der Verband der deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) erklärte am Dienstag, Biodiesel werde in Deutschland nur in geringen Mengen aus Palmöl hergestellt. Heimische Agrodieselhersteller würden zu über 90 Prozent Rapsöl als Rohstoff einsetzen, der teils durch im Ausland produzierten Biodiesel aus Palmöl ergänzt werde. Um die Einhaltung der Vorgaben der Nachhaltigkeitsverordnung sicherzustellen, müssten strenge Kontrollen gemacht werden, forderte der VDB.
© wir-klimaretter.de/sam
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