Deutschland bremst Klimaschutz schon wieder
Bei ihrem Treffen berieten die EU-Umweltminister am heutigen Montag in Brüssel über Kohlendioxid-Grenzwerte für Transporter, die analog zu den bereits beschlossenen Grenzwerten für Pkw bis 2020 eingeführt werden sollen. Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass neue Transporter schrittweise ab 2014 im Schnitt maximal 175 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen dürfen. Ab 2016 soll der Grenzwert für die gesamte Flotte gelten und ab 2020 auf 135 Gramm sinken.
Dieses Ziel sei "nicht zu erreichen", sagte Umwelt-Staatssekretärin Katherina Reiche am Rande des Treffens gegenüber der Deutschen Presseagentur, die Bundesumweltminister Norbert Röttgen (beide CDU) in Brüssel vertrat. Zwar müsse jeder Sektor einen Beitrag zu den EU-Klimazielen erreichen. "Wir haben gesehen, welche Verbesserungen im Pkw-Bereich möglich sind", sagte sie. "Allerdings muss man sehen, dass sowohl die Zeiträume als auch die Ziele tatsächlich erreichbar sind und zu Kosten, die vertretbar sind."
Nach Kommissionsangaben verursachen Kleinlaster 17 Prozent der Treibhausgase der EU. Ihre Treibhaus-Emissionen sind demnach seit 1990 um 29 Prozent gestiegen. "Statt den Klimaschutz gemäß Koalitionsvertrag voranzubringen, betreibt die Bundesregierung erneut Lobbypolitik für die Autoindustrie", kritisiert Werner Korn, Vorstand des Verkehrsclub Deutschlands. Dabei würden gewerbliche Unternehmen zunehmend weniger auf den Kaufpreis acht geben, als vielmehr auf die Kosten, die während der gesamten Lebensdauer eines Fahrzeuges anfielen. Sie würden zunehmend sparsame und umweltschonende Nutzfahrzeuge fordern. Hersteller, die bereits jetzt entsprechende Fahrzeuge anbieten, hätten deutliche Marktvorteile. Deshalb würden auf lange Sicht Arbeitsplätze in Gefahr gebracht, wenn die Autoindustrie nicht endlich gezwungen werde, innovative und sparsame Fahrzeugkonzepte auf den Markt zu bringen.
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