Sommerurlaub auf Mallorca ist bald out
Der Klimawandel wird den europäischen Tourismus in den kommenden Jahrzehnten gründlich durcheinanderwirbeln. Das Mittelmeer werde bald "als Sommerdestination nicht mehr so beliebt sein", sagt Andreas Matzarakis, Klimatologe von der Universität Freiburg. "Zu den aktuellen 60 bis 80 sehr heißen Tagen werden in den kommenden Jahrzehnten, bis ungefähr 2070 noch einmal 30 hinzukommen", so Matzarakis in einem Interview mit dem Tagesspiegel. "Der Hitzestress beginnt dann schon im Mai und reicht bis in den September."
Ist das Mallorca? Jedenfalls warnt die Wissenschaft vor Klima-Zonenverschiebungen. (Foto: KingKurt22/Wikipedia)
Am wenigsten hart werde es noch Griechenland treffen, wo regelmäßig Nordwinde noch für Abkühlung sorgen werden. Am westlichen Mittelmeer dagegen werde es "noch ungemütlicher". Matzarakis, der auch Vizepräsident der Internationalen Gesellschaft für Biometeorologie ist: "Die Costa del Sol und andere spanische Ferienregionen bekommen 50 Grad gefühlte Temperatur zur Hauptsaison. Obwohl die Lufttemperatur mit 30 oder 35 Grad wesentlich darunter liegt. Spanien wird in Zukunft mehr auf die Wintersaison setzen, dann herrschen angenehme 10 bis 20 Grad."
Profitieren von der Erderwärmung könnte demnach der Tourismus an der Nord- und Ostsee. Dort werde "die gefühlte Sommertemperatur um maßvolle vier Grad" ansteigen und auch im Sommer ein kühles Lüftchen wehen. "Die Deutschen würden dann nicht mehr die Strände entlang der Costa del Sol besuchen, sondern an die Nord- und Ostsee fahren", vermutet der 49-jährige Tourismusklimatologe.
Eine rosige Zukunft für die Hoteliers zwischen Borkum und Usedom ist trotzdem nicht zu erwarten: "Durch die Wassererwärmung können die Ostseebäder ein Problem mit Algenwachstum und Quallen bekommen. Nicht zu vergessen der Meeresspiegelanstieg – 40 Zentimeter bis zum Jahr 2050!"
klimaretter.info/alf
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