100 Prozent Erneuerbare bis 2050
Deutschland könnte 2050 vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt werden. Das geht aus einer Studie des Forschungsverbunds Erneuerbare Energien (FVEE) hervor, die am Mittwoch Bundesumweltminsiter Norbert Röttgen übergeben wurde und einen Beitrag für das Energiekonzept der Bundesregierung leisten soll. Mit der richtigen politischen Strategie ist demnach nicht nur die vollständige Umstellung auf Wind, Wasser, Sonne und Co. bis Mitte des Jahrhunderts möglich, die Kosten liegen langfristig auch unter denen der konventionellen auf fossilen Brennstoffen basierenden Alternativen.

Ein zu 100 Prozent erneuerbares Energiesystem ist möglich, sagt der FVEE, und langfristig sogar billiger. (Foto: BMU/Bernd Müller)
Die Studie setzt bei der Direkterzeugung von Strom auf Wind, Sonne, Wasserkraft, Geothermie sowie biogene Reststoffe und im Wärmesektor auf die Anwendung von Kraft-Wärme-Kopplung, Solarthermie und Wärmepumpen. Zudem führen in dem Szenario der Wissenschaftler die Elektromobilität im Verkehrssektor und eine generelle Steigerung von Energieeffizienz zu großen Energiereduktionen. Für die kontinuierliche Vollversorgung aus fluktuierender Stromeinspeisung sieht die Studie etwa ein europaweites Stromverbundnetz, intelligente Stromnetze und einen Ausbau von Speicherkapazitäten vor.
"Wenn wir unsere Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien erreichen wollen, dürfen wir an Zukunftsinvestitionen nicht sparen", sagt Umweltminister Norbert Röttgen. Forschung müsse verstärkt und Netze ausgebaut werden. Röttgen: "Die Studie belegt, wie sich diese Investitions- und Entwicklungskosten langfristig lohnen, weil die Energieträger günstiger werden." Im Mai hatte der Sachverständigenrat für Umweltfragen ein auf Modellrechnungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) basierendes Papier mit ähnlichem Tenor veröffentlicht.
© wir-klimaretter.de/sam
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