Peak-Oil als Forschungsgegenstand
In Berlin fand heute die Jahrestagung der Association for the Study of Peak Oil and Gas (ASPO) statt. Der weltweite Zusammenschluss von Wissenschaftlern, vor allem Geologen, warnt seit Jahren vor knapper werdenden Ölreserven und dem Überschreiten des Fördermaximums, dem sogenannten Peak Oil. Gemeinsam mit der Energy Watch Group wurde eine Studie zu unkonventionellen Gas-Reserven vorgestellt.

Shale Gas-Förderung in der Marcellus-Formation. (Foto: Ruhrfisch, Wikipedia)
Der schwedische Physiker Kjell Aleklett, Präsident von ASPO International, stellte Forschungsergebnisse vor, in denen die Szenarien des IPCC zu Klimawandel mit den Verfügbaren Ressourcen fossiler Rohstoffe verglichen wurde. Nach Einschätzung von Aleklett sei keines der IPCC-Szenarien realistisch – die Konsequenz bleibe jedoch die selbe – der schnellstmögliche Umstieg auf erneuerbare Energien.
Im Rahmen der Tagung wurde weiterhin eine Studie über unkonventionelle Gasquellen (sogenanntes Schiefergas oder Shale Gas) vorgestellt. Vor allem in den USA wurde hier die Produktion in den letzten Jahren gesteigert. Schiefergas tritt im Gegensatz zu konventionellem Gas nicht automatisch aus, sondern ist in Gesteinsporen gefangen – und kann durch Chemikalieneinsatz gefördert werden. Bekannt sind diese Gasvorkommen und auch die Fördermethoden schon lange, so Studienautor Werner Zittel, allerdings seien sie erst 2005 durch eine Absenkung der Umweltstandards in den USA möglich geworden. Die erheblichen Mengen giftiger Abwässer und die Gefährdung der Trinkwasserversorgung, vor allem im Raum New York, führen zu immer mehr Protesten gegen den Abbau des Marcellus-Gasfeldes.
Eine vergleichbare Absenkung der Umweltstandards in der EU hält Zittel für unwahrscheinlich. Trotzdem gibt es auch in Deutschland Pläne zum Abbau von Schiefergas – in Niedersachsen finden zur Zeit Probebohrungen von Exxon statt.
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© wir-klimaretter.de/hb
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