IPCC stellt sich Kontrollgremium
In Amsterdam hat heute der sogenannte InterAcademy Council (IAC) den Chef des Weltklimarates (IPCC), Rajendra Pachauri, angehört. Das Kontrollgremium war im März von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nach den Datenpannen im jüngsten IPCC-Sachstandsbericht eingesetzt worden. Marginale Fehler hatten den Bericht insgesamt angreifbar gemacht. So hatte etwa ein Zahlendreher dafür gesorgt, dass die Wissenschaftler die Himalaya-Gletscher bis 2035 abschmelzen sahen - und nicht bis 2350, wie es hätte heißen müssen.

Die Angaben zur Gletscherschmelze auf dem Dach der Welt brachten den IPCC im Januar in die Kritik. (Fotos: Reimer)
Bei der Anhörung am Freitag sagte Pachauri: "Wir machen alles, was menschenmöglich ist." Das Autoren einen Fehler gemacht und Prüfer ihn übersehen hätten, sei bedauerlich, so Pachauri. "Aber das ändert nichts an dem Fakt, dass die Gletscher schmelzen." Der Inder verwies auf die enorme Komplexität und Datenfülle, die der Klimabericht inzwischen erreicht habe: Am vierten Weltklimareport hatten 1.250 Autoren geschrieben und 2.500 Experten zum Prüfen der Daten mitgearbeitet.
Als Ergebnis der Fehleranalyse sollen sich die drei Hauptarbeitsgruppen besser aufeinander abstimmen und prüfen, ob die Ergebnisse übereinstimmen (im Hauptkapitel zu Gletschern beispielsweise war alles korrekt, der aufsehenerregende Himalaya-Fehler war in einem anderen Teil des Berichts passiert). Außerdem sollen Daten, die nicht aus Fachzeitschriften stammen, als solche besser ausgewiesen und stärker überprüft werden. Man könne jedoch noch so viel Kontrolle einführen, "wichtig bleiben die einzelnen Autoren", betonte Pachauri.
© wir-klimaretter.de/reni
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