Klimaalarm: Emissionen steigen deutlich
Trotz Wirtschaftskrise hat sich in der Atmosphäre unverändert mehr Treibhausgas angesammelt. Das geht aus Daten des norwegischen Polar-Instituts und der Stockholmer Universität hervor. Demnach sei die Treibhausgas-Konzentration in den zwei ersten Märzwochen größer als je zuvor seit Meßbeginn gewesen. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hatte im September noch einen Rückgang der Treibhausgas-Emissionen prognostiziert. Laut Datenlage der norwegischen Zeppelin-Station auf der arktischen Inselgruppe Svalbard ergibt sich nun ein ganz anderes Bild: "Die Werte zeigen, dass sich der Treibhausgas-Ausstieg beschleunigt", so Johan Stroem vom Polar-Institut. Die Station ermittelt Werte seit Ende der 1980er Jahre.
Die Zeppelin-Station auf der arktischen Inselgruppe Svalbard. (Foto: npweb.npolar.no)
Wegen des Krisen-bedingten Rückgangs der Industrie-Produktion hätten die Werte 2009 Laut IEA-Prognose eigentlich um 2,6 Prozent geringer ausfallen müssen als 2008. Nun liegen sie über den 2008er Daten. Das Team um Johan Stroem erklärt sich diesen Widerspruch so: Jedes ausgestoßene Kohlenstoffdioxid-Molekül bleibt über viele Jahrezehnte in der Atmosphäre. Die Konzentration könne damit also auch anstiegen, wenn kurzfristig der Ausstoß einmal zurückgehe.
In Deutschland ließ die Wirtschaftskrise die Treibhausgas-Produktion 2009 um satte 8,2 Prozent gegenüber 1990 sinken. Nach Angaben des Umweltbundesamtes ging der Treibhausgasausstoß demnach 2009 gegenüber 2008 um 80 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalente zurück.
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