Klimawandel: Eisschmelze setzt Staubwolken frei
Staub, der durch die Gletscherschmelze in der Arktis frei wird, könnte zukünftig auch Europa und Nordamerika erreichen. Dies teilte der amerikanische Meeres- und Atmosphärenforscher Joseph Prospero vergangenen Freitag auf einem Kongress der American Association for the Advancement of Science mit. In der Arktis und in Island sei ein Anwachsen der Staubstürme in nicht allzu langer Zeit absehbar.
Es braut sich was zusammen - Wolkenbildung über der Arktis (Foto: Screenshot)
"Dieser Sand wird dann von künftigen Stürmen in die Luft gewirbelt und unter Umständen bis nach Nordeuropa weiter getragen," sagte Prospero. Auf Island stellten er und sein Forscherteam fest, dass ein Großteil des dortigen Staubs in der Atmosphäre aus den Rückständen ehemaliger Gletscher stammte. Das Land hat aufgrund seiner vulkanischen Herkunft in weiten Teilen einen dunklen Geröll- und Sandboden. Dieser atmosphärische Staubanteil wird aufgrund der rapiden Eisschmelze, die der Klimawandel auf der Insel seit Jahrzehnten verursacht, weiter ansteigen. Verwehungen bis nach Europa bei entsprechender Windlage wären dann nicht ungewöhnlich.
Der Forscher beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den Eigenschaften von Staub und seinen Bewegungsmustern. Schon Mitte der 1960er Jahre hatte Prospero auf der Karibikinsel Barbados Sahara-Sandablagerungen gefunden, die anwuchsen während einer Trockenheitsperiode in Afrika. "Über dreißig Jahre hinweg haben wir einen starken Zusammenhang zwischen ausbleibenden Niederschlägen und Staubtransport gemessen," so Prospero. "Speziell in Zeiten von Wetterphänomenen wie El-Nino nimmt der Staubanteil in der Luft zu."
Seit Mitte der 1990er ist dieser Zusammenhang jedoch gestört worden - der atmosphärische Anteil von Staubpartikeln nimmt seither kontinuierlich zu, auch bei starken Niederschlägen. "Wir sind nicht sicher wieso - es bedarf da noch einiger Forschungsarbeit," sagte Joseph Prospero. Auch müsse weiter untersucht werden, inwieweit die Staubzunahme in der Luft gesundheitsschädlich für Menschen sei, denn aufgrund längerer Trockenheitsphasen durch den Klimawandel müsse mit erhöhten Staubaufkommen in vielen Teilen der Welt gerechnet werden.
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