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Klimaexperten fordern Reformen beim IPCC

Der Weltklimarat muss nach Ansicht von Hans von Storch, Professor am GKSS-Institut für Küstenforschung in Geesthacht, reformiert werden. Der IPCC sei "unverzichtbar" und leiste einen "wesentlichen Service für die Klimapolitik", zitiert die Nachrichtenagentur den Klimaexperten, doch "aufgrund mangelhaften Managements und unzureichender Kommunikation" sei das Gremium "in eine Glaubwürdigkeitskrise gerutscht". Die Aussagen Sachstandsberichts von 2007, in dem menschliche Aktivität für den Klimawandel verantwortlich gemacht wurde, nannte von Storch "robust".


Himalayagletscher in Indien. (Foto: Nick Reimer)

Der IPCC hatte vergangene Woche einräumen müssen, dass eine falsche Zahl zum Abtauen der Himalaya-Gletscher in den zweiten Teil des letzten Sachstandsberichtes gelangt war. Zuvor waren durch einen Hackerangriff interne Mails britische Klimaforscher bekanntgeworden ("Climategate"), in denen diese ihrem Frust über Klimaskeptiker freien Lauf gelassen und Strategien zum Umgang mit ihnen diskutiert hatten. Am Wochenende hatten britische Zeitungen in großer Aufmachung über zwei weitere angebliche Fehler des IPCC berichtet.

Derartige Fehler kämen in solch komplexen Institutionen vor, so von Storch, der auch früher schon Kritik am Weltklimarat geübt hatte. "Der IPCC ist eine sehr nützliche Einrichtung", betonte er. "Da der menschengemachte Klimawandel eine reale Entwicklung darstellt und die Staaten dieser Welt darauf reagieren müssen, braucht es ein IPCC." Es sei aber eine Reform nötig, für die von Storch sechs Vorschläge machte. Unter anderem sollten künftig Informationen von Unternehmen wie Umweltverbänden aus IPCC-Berichten strikt herausgehalten werden, ein unabhängiges Gremiums müsse die Arbeit des Rates kontrollieren. Die Leitautoren einzelner Kapitel sollten häufiger wechseln und Wissenschaft strenger als bisher von Politik getrennt werden.

Chefberater der britischen Regierung:
"Wir haben ein Problem mit dem Kommunizieren von Unsicherheit"

Kritik am IPCC-Vorsitzenden, Rajendra Pachauri, kam auch vom wissenschaftliche Chefberater der britischen Regierung, John Beddington. Gegenüber der Londoner Times sagte er, Pachauri habe in der Auseinandersetzung um die falsche Himalaya-Zahl "ungut" reagiert. Ob er weiter "die richtige Person zur Leitung des IPCC" sei, müssten die 193 Auftraggeber-Staaten entscheiden.

"Sachgemäßer Skeptizismus", so Beddington, solle nicht einfach verworfen werden. "Wissenschaft wächst und verbessert sich im Lichte von Kritik", so der Professor - der zugleich einige der beliebtesten Einwände der Klimaskeptiker-Szene zurückwies: "Es ist unerschütterlich, dass Kohlendioxid die Erde erwärmt und dass die Atmosphäre durch die Verbrennung fossiler Energieträger mit Milliarden Tonnen CO2 vollgestopft wird." Lediglich über die Geschwindigkeit des Klimawandels lasse sich streiten, bei den aufwändigen Klimamodellen aber seien gewisse Unsicherheiten unvermeidbar. "Wir haben", sagte Beddington, "ein Problem mit dem Kommunizieren von Unsicherheit."


klimaretter.info/alf

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